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Thalia in der Gaußstraße

Die Gaußstraße ist Dependance des Thalia Theaters und Stadtteiltheater von Hamburg Altona gleichermaßen – offen für alle aus dem Großraum Hamburg, aber mit starker Anbindung an den kreativen Melting Pot Altona aus Arbeitern, Künstlern, bürgerlichem Mittelstand und einer zunehmend interkulturellen Gesellschaft. Besonders dem multinationalen Zusammenhang wird das Programm des Thalias in der Gaußstraße verstärkt Rechnung tragen und gleichzeitig Kreativort für ungewöhnliche und junge künstlerische Initiativen sein.

In den letzten zehn Jahren hat sie sich die Gaußstraße vom Fabrikgelände in ein Kreativzentrum mit dem Charme eines New Yorker Hinterhofs verwandelt. Hier hat sich das Thalia eine Spielstätte und Probebühnen erobert. Wir gestalten weiter: Das Foyer ist offener, großzügiger, wohnlicher und lädt noch entschiedener zur Kommunikation ein. Die zweite Spielstätte neben der Thalia Gauß ist die Thalia Gauß Garage, ein Ort mit Patina, ein Ort für Experimente und zum Entdecken.

Kontakt

Thalia in der Gaußstraße
Gaußstraße 190
D-22765 Hamburg

Telefon: +49 (0)40-306039-10 / -12
E-Mail: petra.mai@thalia-theater.de

 

Kartenkasse
Mo-Sa 10-19 Uhr
So und Feiertage 16-18 Uhr
info@thalia-theater.de
Tel. 040.32814-444, Fax -212
Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Thalia in der Gaußstraße

Schauspiel

Warten auf den Drop

oder Ein Drama ohne Akt von Moritz Reichardt

Uraufführung: 19.11.2022

Drei Menschen im luftleeren Raum. Ein Rave. Sie warten. Auf einen verschollenen alten Freund? Auf irgendetwas, das passiert? Und suchen. Sie suchen nach echter Begegnung, nach dem Kontakt mit dem Anderen - und überhaupt nach dem Sinn ihrer Zusammenkunft, nach einem Sinn im Umgang mit der Welt. Es geht um ein Lebensgefühl. Wie geht Mensch mit sich und seiner Umgebung um, in einer Zeit, in der er von Nachrichten und Selbstreflexionen überschwemmt, die einfachsten Gewissheiten verloren hat?

Regie: Moritz Reichardt
Bühne: Nadin Schumacher
Kostüme: Hanna Krümpfer
Dramaturgie: Emilia Linda Heinrich

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Schauspiel

Der Wij

frei nach Nikolaj Gogol / Regie Kirill Serebrennikov

Premiere: 3.12.2022

In einer Zeit, in der in Europa ein Krieg Tod und Vernichtung gebracht hat und unsere Werte gefährdet, verbinden sich auf der Bühne Künstlerinnen und Künstler im Geiste der FREIHEIT. Kirill Serebrennikov and friends gehen den Weg nach Westen, nach Europa und suchen neue Partnerschaften: „Gogol Center. Europe meets Thalia.“ Mit einem europäischen Ensemble will Serebrennikov im Geiste der Kunst das realisieren, was in der Wirklichkeit derzeit schier unmöglich ist: Partnerschaft zwischen Künstlern, die egal welcher Herkunft, der Glaube an die gleichen Werte verbindet – trotz allem. Mit einem Stoff des 1809 in der Ukraine geborenen Autors Nikolaj Gogol.

Gogol hat als Chronist seiner Zeit 1835 eine ukrainische Volkssage aufgeschrieben – sie wurde seither Gegenstand erfolgreicher Fantasy- und Horror-Filme. In ihr muss die Vernunft gegen die dunklen, ja magischen und destruktiven Kräfte einer erdverklebten Wurzelfigur namens „Wij“, deren Augenlider bis zum Boden reichen, kämpfen und gerät in deren Geiselhaft.

Kirill Serebrennikov bearbeitet den Stoff unter dem Eindruck gegenwärtiger Verhältnisse radikal zeitgenössisch und liest ihn als Erzählung über den Krieg. Er schreibt in den Stoff Gegenwelten der europäischen Kunst und Poesie ein, die an die Kraft des Humanen glauben anstatt an die Macht der Destruktion, – trotz Leningrad, Hiroshima, Coventry, Dresden, Grosny oder Mariupol.

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Schauspiel

Hotel Savoy

von Joseph Roth

Der Krieg ist vorbei. Der Heimkehrer Gabriel Dan macht Station in einer kleinen östlichen Provinzstadt, „einer Stadt des Regens und der Trostlosigkeit“. Er checkt im Hotel Savoy ein, um sich nach einer langen Wanderung für ein paar Tage auszuruhen. Er hofft, von einem wohlhabenden Verwandten, der in der Stadt lebt, Geld für die Weiterreise zu erhalten. Nachdem sich der Plan nicht erfüllt, bleibt Gabriel Dan für mehrere Wochen im Hotel Savoy und trifft bei seinen Streifzügen durch die verschiedenen Stockwerke und Zimmer dessen seltsame Gäste: einen geheimnisvollen Liftboy, einen Lotterieträumer, eine schöne Varietétänzerin, einen Souffleur, der eigentlich Regie führen wollte und einen sterbenden Clown, der seinem traurigen Esel Kunststücke beibringt. Die Welt ist aus den Fugen, und die Hotelgäste warten auf eine große Veränderung oder die Ankunft eines Milliardärs aus Amerika. „Die großen Ereignisse pflegen überraschend zu kommen, und jede Erwartung bewirkt nur, dass sie zögern.“ Zufällig begegnet Gabriel Dan seinem alten Kameraden Zwonimir Pansin, der dem Hotel Savoy verfällt und sich mit seiner Liebe zu Aufregung und Unruhe als Agitator aufschwingt: „Die Revolution ist da.“

In einem Brief an seinen Verleger schreibt Joseph Roth: „Ich habe keine Heimat, wenn ich von der Tatsache absehe, dass ich in mir selbst zu Hause bin und mich bei mir heimisch fühle. Wenn ich mich nur einmal verlasse, verliere ich mich auch. Deshalb achte ich peinlich darauf, immer bei mir zu bleiben.“

Charlotte Sprenger adaptiert „Hotel Savoy“ (1924) von Joseph Roth für die Bühne. Der Roman spielt zwischen den Kriegen und porträtiert eine Generation, die ihre Heimat verloren hat und in eine ungewisse Zukunft geht.

Regie: Charlotte Sprenger
Bühne: Aleksandra Pavlović
Kostüme: Anna Degenhard
Dramaturgie: Matthias Günther
Musik: Philipp Plessmann
Choreografie: Fiona Gordon
Mitarbeit Bühne: Marlene Pieroth

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Schauspiel

Im Menschen muss allesherrlich sein

von Sasha Marianna Salzmann

Die Töchter blicken mit Unverständnis auf das Leben ihrer Mütter. „Was sehen die, wenn sie mit ihren Sowjetaugen durch die Gardinen in den Hof einer ostdeutschen Stadt schauen?“ Die Mütter haben ihre ukrainische Heimatstadt in den 90ern verlassen. Heute ist sie von prorussischen Separatisten besetzt. Von der Öffnung in Richtung Westen über den Untergang einer Weltordnung bis in die deutsche Nachwendezeit hat der Sog der Ereignisse die Mütter mit sich gerissen. Der 50. Geburtstag der Ärztin Lena: Edi, Tatjana und Nina – vier Frauen, deren Leben unauflöslich verbunden sind, müssen ihn zum Anlass nehmen, um sich den eigenen Missverständnissen zu stellen. Wie soll im Menschen alles „herrlich“ sein, wenn sich totalitäre Strukturen bis in die privatesten Winkel des Lebens fressen?

Sasha Marianna Salzmann, 1985 in Wolgograd geboren, schreibt in hoher poetischer Verdichtung international erfolgreiche und vielfach ausgezeichnete Romane und Theaterstücke. „Im Menschen muss alles herrlich sein“, 2021 erschienen, steht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und gewinnt 2022 den Preis der Literaturhäuser. Salzmann adaptiert diesen politischen Generationenroman selbst für die Uraufführung im Thalia und schlägt einen großen Bogen zwischen der Ukraine, der Sowjetunion und einem heutigen Deutschland – und zeigt nicht zuletzt auch eine Perspektive auf die Spannungsverhältnisse der gegenwärtigen russischen Expansionspolitik.

Nach „Vögel“, „Blick von der Brücke“ und „Wanja in der Gaußstraße“ widmet sich der Regisseur Hakan Savaş Mican im Thalia Gaußstraße erneut der Identitätssuche zwischen den Welten.

Regie: Hakan Savaş Mican
Bühne: Michael Köpke
Kostüme: Sylvia Rieger
Dramaturgie: Susanne Meister
Musik: Masha Kashyna

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Schauspiel

Herkunft

von Saša Stanišić

„‚Herkunft‘ ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt. ‚Herkunft‘ ist ein Buch über ein Land, das es heute nicht mehr gibt, eine zersplitterte Familie, die meine ist. Es ist ein Buch über die Frage, was zu mir gehört, ein Selbstporträt mit Ahnen. Und ein Scheitern des Selbstporträts. ‚Herkunft‘ ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre. ‚Herkunft‘ ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache und Scham, Ankommen und Zurechtkommen, Glück und Tod.“

Dies schreibt Saša Stanišić, eine der sprachmächtigsten und eigenwilligsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur, über seinen 2019 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman. Aus einem Lebenslauf für die Ausländerbehörde wird eine große, autofiktionale Erzählung, die alle vereinfachenden Diskurse zum Thema Heimat und Identität hinter sich lässt. ‚Herkunft‘ gibt es hier nur im Plural, als zersplitterte Erinnerungen, als Fragment und Fiktion, als Spiel verschiedener Möglichkeiten, von denen die am Ende geglückte Ankunft – angesichts der mittlerweile sogar wählbaren menschenverachtenden Ausgrenzungspolitiken – eigentlich die unwahrscheinlichste Variante ist.

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad geboren. Dass man einmal von ihm sagen würde, er stamme aus Bosnien, war zum Zeitpunkt seiner Geburt keinesfalls ausgemacht. Er kam in einem Land zur Welt, das nicht mehr existiert: Jugoslawien. Als der Vielvölkerstaat auseinanderbrach, gelang der Familie 1992 die Flucht nach Deutschland. Heute lebt Stanišic´ in Hamburg. Sein Roman „Vor dem Fest“ wurde 2019 von Charlotte Sprenger auf die Bühne des Thalia Gaußstraße gebracht. Hier kommt nun auch „Herkunft“ zur Aufführung, in der Regie von Sebastian Nübling, der am Thalia zuletzt Navid Kermanis „Die Nacht der von Neil Young Getöteten“ als musikalischen Trip inszenierte.

Regie: Sebastian Nübling
Bühne: Evi Bauer
Kostüme: Pascale Martin
Dramaturgie: Julia Lochte
Musik: Polina Lapkovskaja (Pollyester)

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Schauspiel

Srebrenica - „I counted my rema ining life in seconds…“

Ein Projekt von Branko Šimić und Armin Smailovic

Bosnien und Herzegowina 1995: Innerhalb von 5 Tagen werden in Srebrenica 8000 bosnisch-muslimische Jungen und Männer ermordet, obwohl die Stadt zu dieser Zeit UN-­Schutzzone ist. Genau 20 Jahre später begeben sich Fotograf Armin Smailovic und Regisseur Branko Šimić, beide aus Bosnien und Herzegowina, mit ihrem dokumentarischen Theaterprojekt auf Spurensuche und entwerfen eine minimalistische Theaterkompo­sition im Spannungsfeld Opfer – Täter – Zuschauer.

„Srebrenica – ‚I counted my remaining life in seconds…‘“ basiert auf den Biografien von drei Männern: Ein Überlebender des Völkermords, heute einer der Hauptzeugen vor dem Den Haager Tribunal, ein holländischer UN-­Soldat, der 1995 in der Stadt stationiert war, und ein Soldat der bosnisch­-serbischen Kommandoeinheit, der heute mit komplett neuer Identität lebt. Der Fotograf Armin Smailovic hat die Biografien der Zeugen in tau­senden von Fotografien nacherzählt, die die ästhetische Basis des Projekts bilden. Smailovic führte persönliche Interviews; Protokolle der Aussagen in Den Haag komplettieren die Materialsammlung. Gemein­sam mit Regisseur Branko Šimić entsteht ein Projekt zwischen Be­richterstattung, persönlichem Schicksal und politischer Metaebene, das die Dimension des größten Kriegsverbrechens in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg auf die Bühne bringt und seine fatalen Folgen für die politische Welt(un)ordnung der letzten 20 Jahre beleuchtet.

Mit Musik von Damir Avdić und Vernesa Berbo

Regie: Branko Šimić
Ausstattung: Ute Radler
Dramaturgie: Susanne Meister
Bilddokumentation: Armin Smailovic

Dauer 1:30h, keine Pause

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Szenisches Konzert

Gazino Altınova

Ein szenischer Liederabend von İdil Üner / Regie İdil Üner

Unsere Eigenproduktion „Gazino Altınova“ in der Regie von İdil Üner verwandelt den Ballsaal der Thalia Gaußstraße in einen magischen musikalischen Ort. Und lädt das Publikum ein, sich gemeinsam auf eine Zeitreise durch die Jahre vor und nach dem Ankommen der ersten Generation der sogenannten „Gastarbeiter“ in der neuen „Heimat“ Deutschland zu begeben.

Erfahrungen und biografische Erzählungen werden anhand der Musik der Zeit vergegenwärtigt. Durch die Retrospektive versucht „Gazino Altınova“ zu verstehen, was uns die Vergangenheit über unsere Gegenwart und vielleicht sogar unsere Zukunft verrät. Der Abend basiert auf den Fragen „Welche Musik hat Sie in der Zeit des Ankommens in Deutschland begleitet?“, „Welche Musik hat Sie glücklich gemacht und die Sehnsucht nach der Heimat gestillt?“

Bei jeder Vorstellung von „Gazino Altınova“ können Sie Meze (Vorspeisen) vorbestellen.

Jeder Teller enthält eine Vielfalt an authentischen Vorspeisen – Hummus (Kichererbsenpaste), Baba Ghanoush (Auberginenpaste), Labne (Quark mit Gewürzen), Mahamara (scharfe Soße mit Walnüssen), gefüllte Weinblätter und dazu Brot.

Preis pro Teller – 7,50 €

Um Vorbestellung wird gebeten unter gazino@thalia-theater.de

Dauer 1:15h, keine Pause

Premiere 28. Oktober 2021, Thalia Gauß (Ballsaal)

GAZİNO ALTINOVA

İdil Üner'den Teatrel Bir Konser

Kendi prodüksiyonumuz olan ve İdil Üner'in sahneye koyduğu "Gazino Altınova", Thalia Gaußstraße'deki eski balo salonunu, büyülü ve müzikal bir ortama çeviriyor; seyirciyi, ilk kuşak göçmen işçilerin gelişinden hemen önce başlayıp, yeni vatan Almanya ile ilk karşılaşmalarına ve sonrasına uzanan bir zamanda yolculuk serüvenine davet ediyor.
Tecrübeler ve biyografik hikayeler, zamanın müziğiyle harmanlanıyor. "Gazino Altınova"nın retroperspektif yaklaşımıyla, geçmiş bize bugünü ve hatta belki yarını da anlamamıza yardımcı olacak anahtar kelimeleri fısıldıyor.

Oyun, ''Başlangıçta sizlere Almanya'da hangi müzikler eşlik etti?" ve "Hangi müzikler vatan hasretinizi dindirip, sizleri teselli etti?" sorularından yola çıkıyor.

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Schauspiel

Der Boxer

nach dem Roman von Szczepan Twardoch / Bearbeitung Jarosław Murawski / Aus dem Polnischen von Olaf Kühl

Im Warschau der 30er Jahre kämpft der jüdische Boxer Jakub Shapiro mit der Kraft und Geschicklichkeit seines Körpers darum, dem Elend seiner Herkunft zu entkommen. Er arbeitet für den Paten Jan Kaplica, der über Warschau herrscht wie Al Capone über Chicago. Der Großganove kontrolliert die Bordelle, treibt Schutzgeld ein und genießt das Leben in dicken Autos und dunklen Bars. Shapiro begleitet Kaplica und erledigt für dessen Imperium die Drecksarbeit. Bald werden die mafiösen Geschäfte und das süße Leben überschattet vom Kampf gegen die polnischen Nationalisten, die in der Stadt die Macht übernehmen wollen. „Der Boxer“ zeichnet ein eindringliches Bild der Stadt Warschau – kurz bevor die deutsche Wehrmacht einmarschiert.

Die junge, mehrfach ausgezeichnete polnische Regisseurin Ewelina Marciniak bringt den Roman von Szczepan Twardoch, Star der polnischen Gegenwartsliteratur, auf die Bühne. Sie erzählt die Geschichte aus der Sicht der drei Frauen, die Shapiros Leben teilen, allen voran seine Geliebte Ryfka, eine Bordellbesitzerin. Man kann „Der Boxer“ als Warnung lesen vor dem wachsenden Nationalismus in Polen und Europa heute. Aber auch als Ballade Noire über das Böse, das jeden in dieser Geschichte infiziert: Nationalisten, Kommunisten, Boxer, Gangster, Politiker und auch jene Angehörige der Mittelklasse, die sich durch die Deportation ihrer jüdischen Nachbarn bereichern. Wenn Gewalt so attraktiv ist, dass sie uns betört, so Marciniak, können wir sie dann bekämpfen, über sie schreiben, ein Stück über sie anschauen – und von ihrer Verführung verschont bleiben?

Regie: Ewelina Marciniak
Bühne: Mirek Kaczmarek
Kostüme: Julia Kornacka
Dramaturgie: Susanne Meister, Jarosław Murawski
Musik: Jan Duszyński
Choreografie: Dominika Knapik

Dauer 2h, keine Pause

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Schauspiel

Eurotrash

von Christian Kracht / in einer Fassung von Stefan Pucher und Susanne Meister

Also, mit dem Rollator, mothers little helpers und einigen Whiskey-Flaschen im Gepäck begibt sich der Erzähler auf einen skurrilen Road-Trip mit seiner exzentrischen Mutter. Mit dem Taxi lässt sich das ungleiche Paar quer durch die Schweiz fahren, immer auf der Flucht vor der Einsamkeit, raus aus einem durch Geld vergifteten Leben. Auf dem Rücksitz eine Plastiktüte mit obszön viel Geld - 600.000 Franken in Scheinen, von der Mutter höchstpersönlich bei ihrer Züricher Privatbank abgehoben. Von der wohlstandsverwahrlosten Wohnung am Zürichsee über das Chalet in Gstaad geht es rasant in die Untiefen der persönlichen und kollektiven Vergangenheit. Immer angetrieben von dem glühenden Wunsch, die schmutzigen Aktiengewinne aus der Waffenindustrie durch Verschleudern und Verschenken so schnell wie möglich loszuwerden. Eine letzte gemeinsame Reise, die Mutter und Sohn in einer Weise zusammenbringt, wie das Leben es nicht geschafft hat. Mitten hinein in die dunklen Ecken der Familien-Vergangenheit, vom Springer-Hochhaus in Hamburg bis in die Villa des Nazi-Großvaters nach Sylt – oder doch ins Jenseits nach Afrika?

Die Kreatur Mensch hinter einer splitternden Luxus-Fassade – was ist authentisch, was Fiktion? Ein hoch amüsantes Spiel mit biographischen Details und eine hinreißende Parodie. Direkt von der Short List des Deutschen Buchpreises fürs Theater adaptiert von Pop-Regisseur Stefan Pucher.

„Eurotrash ist atemberaubend anders: Christian Kracht mixt Nazis, Geld, Familie und Vergangenheitsbewältigung – und trickst dabei alle aus.“ DIE ZEIT

Regie: Stefan Pucher
Bühne: Barbara Ehnes
Kostüme: Annabelle Witt
Dramaturgie: Susanne Meister
Musik: Christopher Uhe

Dauer 2h, keine Pause

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Schauspiel

Heim | Weh

Kinderkuren in Deutschland / Ein dokumentarischer Theaterabend von Gernot Grünewald

Geschätzt um die 8 Millionen Kinder, oft noch im Vorschulalter, wurden bis weit in die 1980er Jahre hinein ohne ihre Eltern in wochenlange Kinderkuren geschickt. Diese Zeit war für die Kinder größtenteils keine Erholung, sondern geprägt von Heimweh, Einsamkeit, Zwang und Gewalt. Erfahrungen - oft nicht erinnert oder verdrängt - die bei den Betroffenen die Haltung zum Leben unerkannt prägten.

Die Diskussion um das, was damals geschah, und was den meisten Kindern keiner glaubte, hat gerade erst angefangen und ist doch bereits erstaunlich präsent. Medienberichte über Einzelschicksale und Recherchen engagierter Selbsthilfegruppen der ehemaligen „Verschickungskinder“ haben es geschafft, dass das Thema von den politisch Verantwortlichen nicht mehr ignoriert werden kann.

Das ist gut so, denn längst ist es Zeit, diesen Teil der jüngsten deutschen Vergangenheit ans Licht zu holen. Denn was als „Kindererholung“ bezeichnet wurde, war nicht nur ein gutes Geschäft, sondern setzte an Nord- und Ostsee, im Allgäu und im Schwarzwald, das Erziehungsideal und das Menschenbild der Nazi-Zeit fort – oft mit dem gleichen Personal und unerträglichen Folgen für die Opfer.

Regisseur Gernot Grünewald greift nach „Patentöchter“ am Thalia Theater ein weiteres Mal die Aufarbeitung der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte auf und untersucht in seiner besonderen, sinnlichen Art des Dokumentartheaters, wie ihre Prägung bis ins Heute hineinreicht.

„Das vergessene Trauma der Verschickungskinder ist einer der größten Skandale der 50er bis 80er Jahre – bisher nicht wahrgenommen, nicht erforscht, nicht annähernd aufgedeckt.“ Anja Röhl

Regie: Gernot Grünewald
Bühne: Michael Köpke
Kostüme: Katharina Arkit
Dramaturgie: Christina Bellingen
Musik: Daniel Sapir
Video: Jonas Plümke
Live-Kamera: Julia Kossmann

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Schauspiel

Vögel

von Wajdi Mouawad / Regie Hakan Savaş Mican / Aus dem Französischen von Uli Menke / Historische Beratung: Natalie Zemon Davis

In New York verlieben sich der deutsche Biogenetiker Eitan und die amerikanische Arabistik-Studentin Wahida ineinander. Ihre unterschiedliche Herkunft spielt für beide keine Rolle. Doch als Eitan seine jüdische Familie aus Berlin anreisen lässt, empfinden seine Eltern die Liebe ihres Sohnes zu einer Palästinenserin als Verrat an der eigenen Geschichte. Um seinem historischen und familiären Erbe auf die Spur zu kommen, reist Eitan in Begleitung von Wahida zu seiner Großmutter nach Israel. Dort katapultiert ein Attentat die beiden mitten hinein in die brutale Realität des israelisch-palästinensischen Konfliktes. Als Eitan schwer verletzt im Krankenhaus liegt, zwingt Wahida seine Familie, ein lange gehütetes Geheimnis aufzudecken, das weit in die Vergangenheit zurückreicht. Niemand kann sich länger der Wahrheit entziehen. Doch auch für Wahida wird ihre eigene Herkunft plötzlich zur Herausforderung, die sie nicht einfach ignorieren kann.

Mit seinem neuesten Stück „Vögel“, von ihm selbst 2017 in Paris mit großem Erfolg uraufgeführt, zeigt der libanesisch-kanadische Autor und Regisseur Wajdi Mouawad eine moderne Familie zwischen Berlin, New York und Israel und ein junges Liebespaar auf der Suche nach Identität und Zugehörigkeit. Nur wenn man sich seine Wurzeln bewusst macht, so Mouawad, kann man sich frei entscheiden, wer man sein will.

Hakan Savaş Mican, in Berlin geboren und in der Türkei aufgewachsen, ist Hausregisseur am Maxim Gorki Theater in Berlin. Mican, der auch als Autor und Filmregisseur arbeitet, zeigt mit „Vögel“ seine erste Inszenierung am Thalia Theater.

Regie: Hakan Savaş Mican
Bühne: Hakan Savaş Mican, Sylvia Rieger
Kostüme: Sylvia Rieger
Video: Benjamin Krieg
Licht: Tilmann Cassens
Dramaturgie: Susanne Meister

Dauer 2:15h, keine Pause

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Schauspiel

Onkel Wanja

frei nach Anton Tschechow

„Ich habe nicht gelebt, nicht gelebt!“ Mit der Pistole in der Hand stürzt Wanja herein, wahnsinnig, verzweifelt und schießt mehrmals. Kein Schuss trifft, es ist zum Lachen, ist es eine Komödie? Warum verehren alle den Professor, wenn sein Egoismus so leicht zu durchschauen ist? Warum ist Wanjas Nichte Sonja fasziniert von Astrov? Weil er Vegetarier ist und die Natur retten will? Oder ist er nur ihr Ticket in ein anderes Leben? Was hat die mit dem Professor verheiratete Jelena davon, dass alle in sie verliebt sind, wenn sie selbst nichts mit sich anzufangen weiß? Was macht das alles für einen Sinn?
Der russische Weltdramatiker Anton Tschechow erzählt vom Stillstand einer Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts, vom Ende einer Epoche, von der Sehnsucht, auszubrechen. Nur wenige Jahre später wird die Revolution alle Verhältnisse auf den Kopf stellen, aber das wissen seine Figuren nicht. Sie wissen nur – alles muss sich ändern.
Regisseur Hakan Savaş Mican, Live-Musiker Daniel Kahn und das Ensemble überblenden ins 21. Jahrhundert, verwischen Grenzen zwischen Theater und Film, zwischen Zeiten, Genres und Spielverabredungen. Indem Tschechows Welt präsent bleibt, erzählt „Wanja in der Gaußstrasse“ von uns, von heute.

In Berlin geboren, in der Türkei aufgewachsen, verbindet Hakan Savaş Mican in seiner Arbeit Räume und Zeiten. „Vögel”, gelobt als „kluges Schauspielertheater“ führt mit Live-Musik auf der Bühne mitten hinein in die Gegenwärtigkeit des Israel-Palästina-Konflikts. Auch Arthur Millers Einwanderer-Drama „Blick von der Brücke“ kommt bei Mican mühelos im Heute an. Jetzt folgt die dritte Arbeit des Regisseurs mit dem Thalia-Ensemble.

Regie und Bühne: Hakan Savaş Mican
Kostüme: Miriam Marto
Dramaturgie: Susanne Meister
Musik: Daniel Kahn
Video: Mikko Gaestel

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Film

Liebe, D-Mark und Tod &Ozan Ata Canani

Ein Film von Cem Kaya im Anschluss Konzert von & mit Ozan Ata Canani

Anfang der 1960er-Jahre wurden die sogenannten „Gastarbeiter“ aus Anatolien und anderen Gegenden der Türkei von der Bundesrepublik Deutschland angeworben. Von Anfang an gab es etwas, dass sie immer begleitet hat und Bestandteil ihrer Kultur war: ihre Musik – ein Stück Heimat in der Fremde. Über die Jahre entwickelten sich in Deutschland eigenständige musikalische Richtungen, die es in dieser Form im Mutterland nicht gab. Diese beispiellose Geschichte einer selbständigen Musikkultur der Einwanderer aus der Türkei, ihrer Kinder und Enkelkinder in Deutschland, erzählt der spannende Kino-Dokumentarfilm „Aşk Mark ve Ölüm“ / „Liebe, D-Mark und Tod“ von Cem Kaya unterhaltsam und sehr vielschichtig mit noch nie gesehenem Archivmaterial. Fern der Heimat, fremd im neuen Land, entstanden zu Beginn der Einwanderung melancholische Musikstile wie die Gurbetçi-Lieder (Lieder aus der Fremde). Präsentiert von Künstlern wie Yüksel Özkasap, der Nachtigall von Köln, oder Aşık Metin Türköz („Mayestero“). Ihnen folgten jüngere Musiker wie das Duo Derdiyoklar („Liebe Gabi“), Ozan Ata Canani („Deutsche Freunde“) oder Cem Karaca und die Kanaken („Mein Freund, der Deutsche“), die in ihren gesellschaftskritischen Liedern zum ersten Mal auch auf Deutsch sangen und damit sowohl die migrantische als auch die deutsche Popkultur prägten. HipHop wurde zum Sprachrohr der zweiten und dritten Generation von Menschen, die in Deutschland aufgewachsen waren. Pioniere deutsch-türkischen HipHops wie Fresh Familee, King Size Terror oder Islamic Force waren Wegbereiter zeitgenössischer Pop-Musik in Deutschland.

Der Filmtitel „Aşk, Mark ve Ölüm“ ist inspiriert vom gleichnamigen Gedicht des Autors Aras Ören, welches 1982 von der Band IDEAL vertont wurde.

Weltpremiere im Berlinale Panorama / Gewinner in der Kategorie Publikumspreis

Rapid Eye Movies EH, GmbH, Köln

Kinostart 29.9.2022

In türkischer und deutscher Sprache (OmU)

Dauer 96 Minuten

im Anschluss

Konzert von & mit Ozan Ata Cananİ

Ata Canani wurde 1963 in der anatolischen Provinz Kahramanmaraş geboren. Cananis Vater war ein Bauer und kam 1971 als Gastarbeiter nach Deutschland und arbeitete als Schweißer. Zu diesem Zeitpunkt war Canani elf Jahre alt. Er wollte damals lieber bei seinen Großeltern aufwachsen, weshalb er bis dahin zu seinen Eltern keine enge Bindung hatte. Sein Vater schenke ihm, damit er nach Deutschland nachkommt, eine Bağlama (Saz). Noch als Teenager und Wunderkind auf der Bağlama erfand Ata Canani Ende der 1970er im Alleingang den türkischen Rock’n'Roll deutscher Zunge und war damit auch ein gern gesehener Gast im öffentlich-rechtlichen Fernsehen dieser Zeit. Seine Songs reflektierten die harschen Lebensbedingungen von Gastarbeiter*innen der ersten Generation. Der Musiker, der aus der Türkei via Bremerhaven und Köln in Leverkusen landete, pendelte zwischen einem Leben als Malocher auf Schicht in einer Fabrik unter der Woche und nächtelangen „Gigs“ auf türkischen Hochzeiten am Wochenende.

Nach Jahren der Vergessenheit wurde Ata 2014 wieder ins Auge des musikbegeisterten Publikums katapultiert, als sein Song „Deutsche Freunde“ der wohl herausragendste Track auf der bahnbrechenden „Songs of Gastarbeiter“-Compilation des Münchner Labels Trikont war.

2021, nach einer Karriere von fast 40 Jahren veröffentlichte Ata Canani sein Debütalbum bei der Berliner Plattenfirma Fun In The Church: „Warte mein Land, warte“ entwickelte sich im Jahr des sechzigsten Jubiläums des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens zu einer mittelschweren medialen Sensation. „Ozan“ ist übrigens ein Ehrenname traditioneller Sänger.

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Schauspiel

Der Tod in Venedig

von Thomas Mann

„Wer außer sich ist, verabscheut nichts mehr, als wieder in sich zu gehen.“

Die Cholera geht um. Unauffällig versucht man, Venedigs Straßen zu desinfizieren. Heimlich wird abgewogen zwischen Seuchenschutz und den Interessen von Fremdengewerbe und kürzlich er­ öffneter Gemäldeausstellung. Verlässliche Auskünfte über Infektionszahlen gibt es nicht, doch das Gerücht einer bevorstehenden Sperre kursiert unter den Einheimischen.

Die internationale Bohème, die im Grand Hotel die Sommerfrische genießt, ahnt nichts von der Gefahr. Wohlhabende Franzosen, Polen, Russen, Engländer und Deutsche genießen zwischen Strand und Speisesaal das dekadente Leben am Lido. Der bürgerliche Schriftsteller Gustav von Aschenbach entdeckt im polnischen Jungen Tadzio den Inbegriff von Schönheit und Vergänglichkeit. Fatalistisch verliert sich der seriöse Deutsche in dieser letzten selbstzerstörerischen Leidenschaft. Als er von der Epidemie erfährt, beschließt auch er, zu schweigen: angezogen vom Ausnahmezustand, dem „phantastischen Grauen“ der Seuche, diesem „schlimmen Geheimnis der Stadt, das mit seinem eigensten Geheimnis verschmolz und an dessen Bewahrung auch ihm sehr gelegen war“. Zeit seines
Lebens auf Würde und Disziplin bedacht, wirft er seine Selbstachtung und Moral über Bord und gibt sich dem Verfall hin.

Bastian Kraft inszenierte am Thalia Theater u.a. „Amerika“ nach Franz Kafka, „Der zerbrochne Krug“ (ausgezeichnet mit dem RolfMares Preis) und „Dancer in the Dark“. Immer wieder adaptierte er bedeutende Romane für die Bühne, beispielsweise Dostojewskis „Schuld und Sühne“ (Frankfurt) und Thomas Manns „Die Buddenbrooks“ (Zürich) und „Felix Krull“ (Volkstheater München).

Regie: Bastian Kraft
Bühne: Peter Baur
Dramaturgie: Christina Bellingen
Musik: Fabian Ristau
Video: Jonas Link

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Schauspiel

Vor dem Fest

von Saša Stanišić

„Wir sind traurig“, sagt das Dorf. „Wir haben keinen Fährmann mehr. Der Fährmann ist tot.“

Überhaupt ist die Einwohnerzahl fallend. Die einzige Tankstelle hat dichtgemacht. Kneipen gibt es auch nicht mehr. „Wir trinken in Ullis Garage“, sagt das Dorf. Es heißt Fürstenfelde und hat für ein Dorf eine Menge zu erzählen, obwohl die Fürstenfelder eher wortkarg sind.

Saša Stanišić, der 1978 im bosnischen Višegrad geboren wurde, 1992 als Flüchtling nach Deutschland kam und heute in Hamburg lebt, lässt sein Dorf als vielstimmigen Chor sprechen: „Was War, Was Ist, Was Wird Geschehen.“ Das Annenfest ist der Höhepunkt des Jahres. Es wird eine dramatische Nacht. Im Dorfarchiv wird eingebrochen, die alten Sagen und Geschichten fliehen durch das offene Fenster in die Nacht. Die Archivarin Frau Schwermuth dreht durch. Herr Schramm, ein ehemaliger Oberst der NVA, sucht einen funktionierenden Zigarettenautomaten und findet Gründe gegen das Leben. Da ist die alte Malerin Frau Kranz, deren Gemälde seit Jahrzehnten nur ein Motiv kennen – Fürstenfelde und seine Bewohner, und die taumeln durch die Nacht.

Saša Stanišić sagt: „Ich wollte ein Dorf aus dem Nichts literarisch erschaffen. All diese Figuren, die durch meine Nacht laufen, gibt es auch in der Stadt. Jede von ihnen hat ein Problem und eine psychologische Disposition. Was die Figuren angeht, und auf die kommt es mir an, ist es kein Dorfroman. Aber die Atmosphäre in diesem Dorf interessiert mich sehr.“

„Vor dem Fest“ ist ein Spiel mit unterschiedlichen Erzählformen, Stimmen und Stimmungen. Regisseurin Charlotte Sprenger, die den Roman für die Bühne adaptiert, leitete in den letzten zwei Spielzeiten zusammen mit dem Kuratorenteam „Britney“ die Außenspielstätte Offenbachplatz des Schauspiel Köln. Mit ihrer Inszenierung von Jonas Hassen Khemiris Roman „Alles, was ich nicht erinnere“ war sie zum Festival Radikal Jung 2018 eingeladen.

Regie: Charlotte Sprenger
Bühne und Kostüme: Aleksandra Pavlović
Musik: Philipp Plessmann
Dramaturgie: Matthias Günther

Dauer 1:45h, keine Pause

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Thalia in der Gaußstraße

Die Gaußstraße ist Dependance des Thalia Theaters und Stadtteiltheater von Hamburg Altona gleichermaßen – offen für alle aus dem Großraum Hamburg, aber mit starker Anbindung an den kreativen Melting Pot Altona aus Arbeitern, Künstlern, bürgerlichem Mittelstand und einer zunehmend interkulturellen Gesellschaft. Besonders dem multinationalen Zusammenhang wird das Programm des Thalias in der Gaußstraße verstärkt Rechnung tragen und gleichzeitig Kreativort für ungewöhnliche und junge künstlerische Initiativen sein.

In den letzten zehn Jahren hat sie sich die Gaußstraße vom Fabrikgelände in ein Kreativzentrum mit dem Charme eines New Yorker Hinterhofs verwandelt. Hier hat sich das Thalia eine Spielstätte und Probebühnen erobert. Wir gestalten weiter: Das Foyer ist offener, großzügiger, wohnlicher und lädt noch entschiedener zur Kommunikation ein. Die zweite Spielstätte neben der Thalia Gauß ist die Thalia Gauß Garage, ein Ort mit Patina, ein Ort für Experimente und zum Entdecken.
Kartenkasse
Mo-Sa 10-19 Uhr
So und Feiertage 16-18 Uhr
info@thalia-theater.de
Tel. 040.32814-444, Fax -212

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Bewertungen & Berichte Thalia in der Gaußstraße

Aufführungen / Theater Deutsches Schauspielhaus Hamburg Hamburg, Kirchenallee 39
Aufführungen / Theater Thalia Theater Hamburg Hamburg, Alstertor 1
Aufführungen / Theater The English Theatre of Hamburg Hamburg , Lerchenfeld 14
Aufführungen / Ballett Hamburg Ballett John Neumeier Hamburg, Caspar-Voght-Straße 54
Aufführungen / Theater Kampnagel Hamburg, Jarrestraße 20
Ereignisse / Festival Internationales Musikfest Hamburg 28.4. bis 7.6.2023
Konzerte / Konzert Laeiszhalle Hamburg Hamburg, Johannes-Brahms-Platz
Aufführungen / Theater Theater Itzehoe Itzehoe, Theodor-Heuss-Platz 1
Aufführungen / Oper Opernloft Junges Musiktheater Hamburg e.V. Hamburg, Van-Der-Smissen-Straße 4
Aufführungen / Theater Theater das Zimmer Hamburg, Washingtonallee 42
Aufführungen / Kabarett Theaterschiff Hamburg Hamburg, Holzbrücke 2 / Nikolaifleet
Aufführungen / Theater Altonaer Theater Hamburg, Museumstraße 17
Aufführungen / Theater monsun.theater Hamburg Hamburg, Friedensallee 20
Aufführungen / Theater Komödie Winterhuder Fährhaus Hamburg, Hudtwalckerstraße 13
Aufführungen / Aufführung Die Burg - Theater am Biedermannplatz Hamburg, Biedermannplatz 19
Aufführungen / Theater VB Thalia Hamburg, Maike-Harder-Weg 19
Aufführungen / Operette Hamburger Engelsaal Hamburg, Valentinskamp 40 - 42
Aufführungen / Theater Pantheater Haseldorf, Deichreihe 29
Aufführungen / Theater Galli Theater Hamburg Hamburg, Behringstraße 26-28

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