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© Armin Smailovic
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Thalia Theater

Das alte Gebäude des Thalia Theaters wurde von den Architekten Franz Georg Stammann und Auguste de Meuron konzipiert und 1843 gegenüber dem heutigen Bau errichtet. Der größere Neubau wurde 1912 unter Leitung des Regisseurs Leopold Jessner am Pferdemarkt, heute: Gerhart-Hauptmann-Platz, (Architekten Werner Lundt und Georg Kallmorgen) mit 1300 Plätzen eröffnet. Im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude weitgehend zerstört, Ende der fünfziger Jahre restauriert und im Dezember 1960 wiedereröffnet.

Das Thalia Theater ist eines der drei Hamburger Staatstheater, eine Sprechtheaterbühne mit einem festen und viel gerühmten Ensemble. Es gibt auf der großen Bühne ca. 1.000 Plätze, das Repertoire umfasst etwa 20 Produktionen, die täglich wechselnd oder in Blöcken gespielt werden. Pro Spielzeit gibt es etwa neun neue Premieren im Großen Haus am Alstertor.

Kontakt

Thalia Theater
Alstertor 1
D-20095 Hamburg

Telefon: +49 (0)40-32814-0
E-Mail: publikum@thalia-theater.de

 

Kartenkasse
Mo-Sa 10-19 Uhr
So und Feiertage 16-18 Uhr
info@thalia-theater.de
Tel. 040.32814-444, Fax -212
Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Thalia Theater

Schauspiel

Die Rache der Fledermaus

von Johann Strauß

Premiere: 24.11.2022

Mit einem Zwischenruf von Thomas Köck

Nach einem rauschhaften Maskenball, einem Karneval der Tiere, lässt einer seinen Freund im Fledermauskostüm schlafend draußen zurück und gibt ihn dem Gelächter der Frühaufsteher preis. Der Gedemütigte sinnt auf Rache, die auf dem noch fulminanteren Fest des Prinzen Orlowsky ihren Lauf nimmt. So in der Operette der Operetten des ebenso walzerseligen wie musikalisch hintergründigen Komponisten Johann Strauß.

Der Autor Thomas Köck, sprachmächtiger Experte für Gegenwartserkundung und Zukunftsforschung hat einen Zwischenruf, eine Art Abgesang der aussterbenden Arten geschrieben: „und alle tiere rufen: dieser titel rettet die welt auch nicht mehr“. Neben der Weißfußkaninchenratte, der Zwergameise und über hundert weiteren Arten spricht auch die Wimpernfledermaus. „Eine Erinnerung an die Zukunft, die wir nie erreichen werden“ – weil wider besseren Wissens und die Warnungen des Weltklimarats überhörend, immer noch viel leichter das berühmte „Weiter so!“ gewinnt.

Wie weit sind wir eigentlich vom Abgrund entfernt? Gibt es ein richtiges Leben im falschen? Es ist ein Singen und Tanzen auf dem Vulkan. Oder besser: auf unserer Erde, die existenziell bedroht ist, wenn wir Menschen nicht fähig sind, angemessen zu handeln. „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist…“ war schon immer eine verführerisch ungute Losung. In Zeiten wie diesen ist das Postulat der Unveränderbarkeit eine Bankrotterklärung aus Bequemlichkeit, die die Operette in ein Requiem für unseren Planeten kippen lässt.

Theater- und Opernregisseurin Anna-Sophie Mahler, die Dörte Hansens „Mittagsstunde“ auf die Bühne des Thalia gebracht hat, wird sich musikalisch-theatral der „Fledermaus“ nähern, deren betörend schöne Musik ein bitterböses Desaster begleitet.

Regie: Anna-Sophie Mahler
Bühne: Katrin Connan
Kostüme: Pascale Martin
Chorleitung: Uschi Krosch
Dramaturgie: Julia Lochte

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Oper

Der Sandmann

Oper von Anna Calvi und Robert Wilson / nach der gleichnamigen Erzählung von E.T. A. Hoffmann

Premiere: 8.1.2023

Come on lay me down in the hurricane
We’re gonna dance insane in the pouring rain Anna Calvi

Ein großer Festsaal mit einem langen, üppig gedeckten Buffet, Blumenschmuck, einer Bühne für die Tanzkapelle und vielen leeren Stühlen, die – wie der einzige Kellner – auf die Gäste warten. Wer hat eingeladen und wer sind die Geladenen? Zu welcher Feierlichkeit kommt man hier zusammen? Ist es ein Bankett? Ein Familienfest? Eine Verlobung? Eine Trauerfeier? Eine Beschwörung der Geister?

„Der Sandmann“, E.T.A. Hoffmanns berühmtes Meisterwerk zwischen schwarzromantischem Schauermärchen und handfestem Albtraum bildet das Herzstück seiner Nachtstücke. In der Neuschöpfung, die der Theatermagier und Präzisionskünstler Robert Wilson zusammen mit der grandiosen britischen Singer-Songwriterin Anna Calvi kreiert hat, wird Hoffmanns Erzählung zu einer „Dark Opera“, die sich aufmacht, der Nachtseite des Mondes und der Seele einen betörend verstörenden Besuch abzustatten. Die Traumlogik beherrscht die musikalische Séance. Wie ein Vexierbild lässt sie verschiedene Realitäten und Zeitebenen ineinanderfallen und sich überblenden. Ein Trauma aus der Kindheit kehrt zurück. Und eine veritable Retraumatisierung bringt ganz real das Leben aller Beteiligten aus den Fugen.

Die Regisseurin Charlotte Sprenger hat u.a. „Vor dem Fest“ von Saša Stanišic´ und „Die Politiker“ von Wolfram Lotz auf die Bühne der Gaußstraße gebracht, wo sie mit „Hotel Savoy“ von Joseph Roth diese Spielzeit eröffnet. Mit „Der Sandmann“, dessen ursprünglich für März 2022 geplante Premiere verschoben werden musste, wird sie erstmals die Große Bühne bespielen.

Regie: Charlotte Sprenger
Musikalische Leitung: Philipp Plessmann
Bühne: Aleksandra Pavlović
Kostüme: Bettina Werner
Dramaturgie: Julia Lochte
Licht: Christiane Petschat

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Die Besessenen

von Albert Camus / Regie Jette Steckel

Premiere: 25.1.2023

Nervosität liegt in der Luft. Eine Gruppe von Leuten findet sich zusammen, fiebrig und flirrend, als stünde etwas bevor. Jemand beißt einem, der sich nicht an der Nase rumführen lässt, ins Ohr. Ein anderer meint, man solle sich selbst umbringen, um Gott zu beweisen, dass es ihn nicht gibt.

Nihilismus, Sozialismus, Liberalismus, das paradoxe Verhältnis von Freiheit, Gleichheit und Despotismus – ein Kaleidoskop der Ideologien arbeitet sich aneinander ab. In subjektiver Vehemenz und blinder Radikalität sind hier alle auf ihre Art besessen – und beschäftigt mit der Frage nach der eigenen Schuld. Unter welchen Bedingungen darf man lieben oder überhaupt leben? Wann ist Verrat gerecht?

Albert Camus, Nobelpreisträger und einer der wichtigsten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts, hat Dostojewskijs „Dämonen“ unter dem Brennglas der eigenen Existenzphilosophie verdichtet: Politische Ideen waren immer und sind bis heute Konstruktionen und Utopien, die das Absolute wollen und deshalb unweigerlich ins Absurde münden, in Terror oder legitimierten Mord.

Hausregisseurin Jette Steckel ist erfahrende Camus-Regisseurin. „Der Fremde“ lief über 10 Jahre sehr erfolgreich im Thalia in der Gaußstraße. Jetzt inszeniert sie Camus’ meisterhafte Dialoge zwischen politischer Debatte, großer Situationskomik und tiefer Tragik. „Die Besessenen“ ist Ausgangspunkt einer modernen Untersuchung eines Zustands zwischen Ohnmacht und Tatendrang, Ratlosigkeit und Zersplitterung: ein Hochdruckkessel.

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Schauspiel

Iphigenia

frei nach Euripides, Goethe / von Joanna Bednarczyk / Deutsch von Olaf Kühl

Wer ist Iphigenie heute, eine im Mythos verwurzelte Figur, die uns in so vielen Vexierbildern aus verschiedensten Jahrhunderten entgegenkommt?
Kann sie sich emanzipieren vom Blick ihrer Autoren?

Bei Euripides, im 4. Jahrhundert vor Christus, ist Iphigenie das perfekte Opfer. Böse getäuscht vom Vater Agamemnon wird sie nicht mit dem Held Achill verheiratet, sondern willigt in ihre eigene Opferung ein – damit der große Krieg gegen Troja beginnen kann. In letzter Minute durch eine Göttin von der Schlachtbank gerettet, muss sie lange Jahre fern der Heimat im Land der Tauren als Priesterin dienen. Von dort schickt Johann Wolfgang von Goethe sie 1779 als Frau in den Kampf um Humanität. Dass sie sich und ihren Bruder Orest retten kann, verdankt sie bei Goethe nicht nur der Überzeugungskraft des deutschen Idealismus, sondern auch den Gefühlen, die sie beim König der Tauren weckt.

„Kommt mal klar mit euren Narrativen", fordert Johanna von Orleans in Ewelina Marciniaks Inszenierung bei den Schillertagen 2021. Frauenfiguren haben in der Literatur schließlich lange genug nur geliebt und gelitten. Mit der Aufspaltung ihrer Iphigenia in ein junges und ein sich erinnerndes älteres Selbst und der Verortung der Geschichte in einem modernen Familien-Kosmos versucht Ewelina Marciniak in ihrer dritten Arbeit für das Thalia Theater eine weitere Standortbestimmung in der Gegenwart.

„In unserer Deutung des Mythos opfert Agamemnon seine Tochter ganz bewusst. Für den Agamemnon des Euripides stehen Staat, Militär, Volk auf dem Spiel – für seine zeitgenössische Entsprechung: Reputation, Karriere, Ansehen. Iphigenia erlebt ihren geliebten Vater als einen, der sie allein lässt, weil er fürchtet, sonst keinen Erfolg zu haben. So zerbricht Iphigenia in zwei Teile.“ Joanna Bednarczyk

Koproduktion mit den Salzburger Festspielen 2022

Regie: Ewelina Marciniak
Bühne: Mirek Kaczmarek
Kostüme: Julia Kornacka
Musik: Jan Duszyński
Choreografie: Dominika Knapik
Licht: Paulus Vogt
Dramaturgie: Emilia Linda Heinrich, Joanna Bednarczyk
Künstlerische Mitarbeit & Übersetzung: Alek Niemiro

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Kindertheater

Alice im Wunderland

von Lewis Carroll
Familienstück ab 10 Jahren

„Wir malen die Rosen rot, sonst schlägt uns die Königin tot.“ (Arbeiter der roten Königin) – Das Wunderland lebt unter totalitärer, unberechenbarer Herrschaft. „Kopf ab!“, lautet die omnipräsente Drohung, und niemand kann die Wahrheit sagen oder offen Widerstand leisten, ohne das eigene Leben zu riskieren. Hutmacher, Märzhase, Grinsekatze... sind deshalb alle irgendwie verdreht oder verrückt, weil nur so der Absurdität ihrer Daseinsform beizukommen ist? Gut, dass das Mädchen Alice ungeplant in den Kaninchenbau fällt, um das Herrschaftssystem der roten Königin mal so richtig aufzumischen. Ausgestattet mit der Fähigkeit, Größenverhältnisse und logische Zusammenhänge als veränderbar zu erleben und an das Unmögliche zu glauben, kann sie auch ein Tyrann nicht schrecken. Nicht mal eine Tyrannin!

Mit viel Musik und Tanz plant das Thalia Theater das diesjährige Familienstück, das ab Herbst 2022 zu sehen sein wird.

Thomas Birkmeir ist einer der erfolgreichsten Regisseure für Kindertheater. Am Thalia inszenierte er „Die Rote Zora“, die mehrere Spielzeiten im Programm war.

Nach der Roten Zora und Pippi Langstrumpf kämpft nun zum dritten Mal eine furchtlose Heldin vor großen und kleinen Zuschauern für Freiheit und Gerechtigkeit – frech und selbstbewusst, klug, gewitzt und voller Esprit.

Empfohlen ab 10 Jahren

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Schauspiel

Brüste und Eier

von Mieko Kawakami

Die dreißigjährige Schriftstellerin Natsuko hat jede Menge Fragen und sucht Antworten. Welche Schönheitsideale bestimmen das Leben? Wie lässt sich über Intimes reden? Wie verwirklicht sich der Wunsch ein Kind zu bekommen, bei gleichzeitiger Ablehnung körperlicher sexueller Begegnung?

Natsukos ältere Schwester Makiko will sich einer Brustvergrößerung unterziehen. Währenddessen ist Makikos zwölfjährige Tochter Midoriko von der einsetzenden Pubertät überfordert. Natsuko hadert mit der Frage, welche Rolle noch bleibt – als unverheiratete Frau, die nicht mehr Tochter ist und vielleicht nie Mutter sein wird.

„Brüste und Eier“ ist der zweite Teil der Familientrilogie von Christopher Rüping. Der erste Teil „Einfach das Ende der Welt“ nach Jean-Luc Lagarce feierte 2020 seine Premiere am Schauspielhaus Zürich. Anhand unterschiedlicher Stoffe und ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit befragt Rüping gemeinsam mit seinem jeweiligen Ensemble in drei voneinander unabhängigen Arbeiten das Konstrukt der Familie im 21. Jahrhundert. Ging es bei „Einfach das Ende der Welt“ um die Rückkehr des verlorenen Sohns und den verzweifelten Versuch, der eigenen Herkunft zu entkommen, so wendet sich „Brüste und Eier“ zentral der Frage nach Mutterschaft und der Abkehr vom konventionellen Familienbild der vergangenen Jahrzehnte zu.

Regie: Christopher Rüping
Bühne: Jonathan Mertz
Kostüme: Lene Schwind
Musik: Christoph Hart
Video: Rasmus Rienecker
Choreografie: Saori Hala
Dramaturgie: Matthias Günther
Musik: Christoph Hart

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Schauspiel

GRM Brainfuck

Das sogenannte Musical von Sibylle Berg / Originalmusik von Ruff Sqwad Arts Foundation, UK

GRM Brainfuck ist ein Blick nach vorn im Zorn auf eine nahe Zukunft und handelt doch von nichts anderem als unserer Gegenwart. Es ist eine Generalabrechnung, die so düster wie vital ausfällt. Wie unter einem Brennglas wird hier sichtbar gemacht, was die gesammelten Miseren und Fehlentwicklungen unserer Zeit ausmacht: soziale Ungleichheit, menschenverachtende neoliberale Praxis der Durchökonomisierung aller Lebensbereiche, Rassismus, flächendeckende digitale Überwachung, Entsolidarisierung als Prinzip, Marginalisierung ganzer Bevölkerungsgruppen. GRM Brainfuck macht die Wut, Verzweiflung und Lebenssehnsucht einer Gruppe an den Rand gedrängter junger Menschen zum Mittelpunkt einer Welterzählung. Früh auf sich selbst gestellt, bilden sie eine aneinander Halt suchende, verschworene Gemeinschaft, eine aus der Not geborene Ersatzfamilie. Sie sind zusammen nicht weniger verwundbar, aber immerhin weniger allein. Ihr Ziel: nie mehr verletzt zu werden. Vom Radar der Sozialbürokratie verschwunden, schlüpfen sie immer wieder durch die schmalen Ritzen des Systems. Als die rechtspopulistische Regierung für alle Bürger ein garantiertes Mindesteinkommen einführt, in dessen Genuss jedoch nur kommt, wer sich einen Chip mit sämtlichen persönlich-medizinischen Daten einpflanzen lässt, werden sie zu Großstadtpartisanen der Humanität. Ihr Überlebenselixier: Grime, kurz GRM, die größte musikalische Revolution seit dem Punk.

Der Regisseur Sebastian Nübling hat am Thalia zuletzt Navid Kermanis „Die Nacht der von Neil Young Getöteten“ als musikalischen Trip auf die Bühne gebracht. Er ist ein Spezialist für Uraufführungen von Sibylle Berg, die aus ihrem 2019 erschienenen Roman „GRM Brainfuck“ eigens eine Theaterfassung gemacht hat. Die Originalmusik dazu kommt aus London: vom Grime-Kollektiv Ruff Sqwad Arts Foundation.

Koproduktion mit dem Festival Theater der Welt 2021, Düsseldorf und Ruff Sqwad Arts Foundation, London

Regie: Sebastian Nübling
Bühne: Evi Bauer
Kostüme: Bettina Kirmair
Musik / Sounddesign: Lars Wittershagen
Choreografie: Franklyn "Slunch" Kakyire (Choreographie), Marlen Gollubits (Co-Choreographie)
Video: Robin Nidecker
Licht: Jan Haas
Dramaturgie: Julia Lochte
Tonmeister: Fredrik Sterzel, Sven Baumelt
Produktionsleitung: Christian Persico

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Schauspiel

Hamlet

von William Shakespeare

Als Hamlet nach Hause kommt, ist alles anders: sein Vater tot, die Mutter neu verheiratet mit dem Bruder ihres verstorbenen Mannes. Dieser führt nun die Staatsgeschäfte, verschärft die politische Rhetorik, rüstet auf. Nachts erscheint Hamlet der Geist des toten Vaters, beschuldigt den eigenen Bruder des Giftmords und fordert Hamlet zur Rache auf.

Die Welt ist aus den Fugen – soweit der eindeutige Befund. Aber was tun? Hamlet jedenfalls kommt dem Willen zur Tat eine diffuse Handlungsunfähigkeit dazwischen: mal steht ihm das Gefühl, mal das Gewissen, mal das Denken im Weg. Der Wahnsinn, den er bei klarem Verstand als Maskierung wählt, um unerkannt und ungestört nach der Wahrheit zu suchen und seine Rachepläne umzusetzen, frisst sich zunehmend in die Realität. Die Grenzen zwischen Jäger und Gejagtem, Aufklärung und Paranoia, Wahnsinn und Methode werden fließend. Bis weder den anderen noch sich selbst mehr zu trauen ist. Nicht einmal der geliebten Ophelia. Freunde werden zu Spitzeln, Verwandte zu Mördern, das Gebotene wirkt falsch und das Falsche geboten. Hamlet ist beides: ein Imperativ, der Verkommenheit der Welt im fortwährenden Protest die Stirn zu bieten, und ein Menetekel. Am Ende sind fast alle tot – „Der Rest ist Schweigen.“

Mit Hamlets Tragödie bringt die Thalia Hausregisseurin Jette Steckel nach „Romeo und Julia“ und „Der Sturm. A Lullaby for Suffering“ ihren dritten großen Shakespeare auf die Bühne des Thalia Theater.

Regie: Jette Steckel
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Pauline Hüners
Musik: Dominique Dillon de Byington, Samuel Savenberg
Dramaturgie: Julia Lochte

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Schauspiel

Der Idiot

von Fjodor M. Dostojewskij / in einer Bearbeitung von Angela Obst

Alles scheint in elektrisches Licht getaucht. Fürst Myschkin, ein im höchsten Grade origineller Mensch, überrascht seine Umgebung mit seiner unkonventionellen Art, die Welt zu betrachten. Gerade aus einem Schweizer Sanatorium entlassen, kommt er mit dem Kaufmann Rogoschin ins Gespräch, der ihm von seiner qualvollen Leidenschaft für Nastassja erzählt. Später begegnet Fürst Myschkin dieser schönen Frau, die alle Welt verrückt macht - und will sie heiraten. Es ist der Sturz in einen dunklen Tunnel und in helle Verzweiflung voll Liebe und Hass, epileptischen Anfällen und Intrigen ohne Ende.

Nach „Deutschstunde“, „Der Schimmelreiter“ und „Fountainhead“ ist „Der Idiot“ Johan Simons' vierte Romanbearbeitung für das Thalia Theater. Diesmal erkundet er gemeinsam mit dem Ensemble Dostojewskijs Welt, in der ein Personal distanzloser Originale aufeinandertrifft, die „man alle hinter Glas setzen sollte“, wie es im Roman heißt. Dostojewskij sagte in seinem Todesjahr 1881: „Man nennt mich einen Psychologen: das stimmt aber nicht. Ich bin nur Realist im höheren Sinne, d.h., ich schildere alle Tiefen der menschlichen Seele.“

Regie: Johan Simons
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Greta Goiris
Dramaturgie: Matthias Günther
Licht: Jan Haas
Live-Musik: Per Rundberg, Olena Kushpler

Dauer 4:20h, inklusive Pause

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Schauspiel

Das achte Leben (Für Brilka)

von Nino Haratischwili

Georgien, 1900: Mit der Geburt Stasias, Tochter eines angesehenen Schokoladenfabrikanten, beginnt eine über sechs Generationen durch alle Revolutionen und Kriege des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart erzählte Familiensaga. Deutschland/Georgien, 2005: Nach dem Fall der Mauer und der Auflösung der UdSSR herrscht in Georgien Bürgerkrieg. Niza, Stasias Urenkelin, ist nach Berlin ausgewandert. Als sich ihre zwölfjährige, ins postsowjetische Chaos hineingeborene, Nichte Brilka nach einer Reise in den Westen weigert, nach Tbilissi zurückzukehren, spürt Niza sie auf. Sie erzählt Brilka die ganze Familiengeschichte:

Von Stasia, deren Traum, als Tänzerin nach Paris zu gehen, sich niemals erfüllt hatte, die aber noch hundertjährig unter dem heimischen Apfelbaum tanzt, still und zäh den Zeiten ein Leben abtrotzend, von Stasias Halbschwester Christine, die für ihre Schönheit, die sie in den Bannkreis des obersten Geheimdienstlers gebracht hat, einen hohen Preis zahlt, von Stasias Tochter Kitty, die alles verliert und doch im Londoner Exil eine Stimme findet, von Kittys Bruder Kostja, der sich als Apparatschik mit dem System arrangiert, von Kostjas rebellischer Tochter Elene und ihren ungleichen Töchtern Daria und Niza. „Das achte Leben (Für Brilka)“, dieser epochal-opulente Roman der auf Deutsch schreibenden, 1983 im georgischen Tbilissi geborenen und heute in Hamburg lebenden Autorin Nino Haratischwili, erzählt mit magischem Realismus: von Anpassung, Verrat und Widerstand, Liebe, Hass und (Über-)Lebenswillen. Haratischwili schildert den Aufstieg und Fall des Kommunismus von der vorrevolutionären Zeit bis ins Nachwende-Europa aus der Perspektive einer georgischen Familie, die ebenso verstrickt wie im Widerstreit ist mit den Totalitarismen, Tragödien und Umbrüchen dieses gottverlassenen 20. Jahrhunderts.

Die Regisseurin Jette Steckel bringt dieses jahrhundertumspannende Epos erstmals auf die Bühne: eine „Mission Impossible“.

Regie: Jette Steckel
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Pauline Hüners
Musik: Mark Badur
Video: Zaza Rusadze
Choreografie: Yohan Stegli
Dramaturgie: Julia Lochte, Emilia Linda Heinrich

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Schauspiel

Mittagsstunde

von Dörte Hansen / Bühnenfassung von Anna-Sophie Mahler

„De Welt geiht ünner“, sagte Marret Feddersen. Seit die Landvermesser zur Flurbereinigung kamen, veränderte sich Brinkebüll. Aus kleinen Feldern wurden große Ackerflächen und aus Sandwegen Asphaltstraßen. „Das ganze Enge, Schiefe und Beschränkte, das Verwinkelte und Zugewachsene, das Umständliche“ wurde abgeräumt. Als die Landvermesser Brinkebüll wieder verließen, war Marret Feddersen schwanger. So kam Ingwer auf die Welt. Weil Marret leicht „verdreiht“ war, kümmerten sich die Großeltern um den Jungen. Früh stand Ingwer mit Großvater Sönke hinter dem Tresen des Dorfkrugs, den er später einmal übernehmen sollte. Aber Ingwer verließ das Dorf, um in der Stadt zu studieren. Mit bald 50 kehrt er zurück, um die Großeltern zu pflegen und sein eigenes Leben neu zu sortieren. Im Dorfkrug erinnert er sich an die Zeit, als er auf Marrets Füßen stand und sie Schlager sang. Ohrwürmer, die von Tränen, Träumen und gebrochenen Herzen handelten. „Wir wollen niemals auseinandergehn.“

„Die norddeutsche Tiefebene zwischen Hamburg und Küste hat eine literarische Stimme, die die Leserinnen und Leser zu Hunderttausenden begeistert“ (Der Spiegel) und die Kritik von einem „literarischen Ereignis“ sprechen lässt: Die Autorin Dörte Hansen aus Husum, die nach „Altes Land“ mit „Mittagsstunde“ vom Verschwinden der ländlichen Welt erzählt. Es ist ein Roman über das fiktive norddeutsche Dorf Brinkebüll, das den Strukturwandel in der modernen Landwirtschaft in den 1960er Jahren erlebt. Dörte Hansen sagt: „Es endet das Zeitalter der Sesshaftigkeit. Aus dem lebendigen Kosmos Dorf ist ein Schlafort geworden, wo man heute nichts mehr machen kann, nicht mehr zur Schule geht, nicht mehr einkaufen kann, sich nicht mal mehr im Gasthof betrinkt.“

Schauspiel- und Opernregisseurin Anna-Sophie Mahler, die 2016 mit Ihrer Inszenierung von Josef Bierbichlers Roman „Mittelreich“ zum Berliner Theatertreffen eingeladen war, wird „Mittagsstunde“ für die Bühne des Thalia Theater adaptieren.

Regie: Anna-Sophie Mahler
Bühne: Katrin Connan
Kostüme: Pascale Martin
Dramaturgie: Matthias Günther
Musik: Volker Zander
Video: Georg Lendorff
Licht: Jan Haas

Dauer 2:40h, mit Pause

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Schauspiel

"H" 100 seconds to midnight

Nach über 20 Jahren und vielen erfolgreichen Thalia-Inszenierungen kommt Robert Wilson zurück. Er inszeniert jedoch kein Musiktheater, sondern kehrt zu seinen Avantgarde-Ursprüngen in der New Yorker Minimal Art zurück. Mit dem Komponisten Philip Glass und der Choreographin Lucinda Childs hat er zwei Partner der frühen Jahre mit ins Boot geholt. Mitten in der Pandemie haben wir uns über die Gattung Mensch unterhalten – über unsere empfindliche Vulnerabilität und die ungeheuren Räume menschlicher Phantasie, über unser Stolpern und unsere Begabung zu fliegen. Wir sehen uns gern als Zentrum und sind doch nur ein winziges Sandkorn in einem Millionen von Galaxien umfassenden Kosmos. Ausgerechnet ein Mensch wie Stephen Hawking, der mit einem großen Handikap umzugehen hatte, war mit seinem Geist unermüdlich im All unterwegs, hat Galaxien, schwarze Löcher und den „Big Bang“ erforscht und Fragen über Fragen gestellt: unser aller Fragen. Zugleich hat er die Menschheit vor ihren zivilisatorischen „Todsünden“ gewarnt und ist angesichts der großen Zukunftsfragen dennoch Gestaltungsoptimist geblieben – eine Ikone des Menschseins, ein Popstar auch. Die Doomsday Clock ist dennoch auf 100 seconds to midnight vorgerückt.

Mit der libanesischen Autorin und Malerin Etel Adnan haben wir eine große Poetin gefunden, die sich in ihrem Werk für Fragen von Kosmos und Raumfahrt, für Galaxien und Raum-Zeit interessiert hat.

Regie, Bühne, Licht: Robert Wilson
Musik: Philip Glass
Co-Regie: Nicola Panzer
Co-Bühne: Stephanie Engeln
Kostüme: Julia von Leliwa
Choreografie: Lucinda Childs
Licht: Marcello Lumaca
Video: Tomasz Jeziorski
Sounddesign: Dario Felli
Dramaturgie: Joachim Lux
Produktionsleitung: Christian Persico

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Schauspiel

Der Geizige

oder Die Schule der Lügner von Molière

Der reiche Harpagon ist besessen vom Geiz. Gegen alle ökonomische Vernunft bringt er sein Geld nicht in Umlauf, sondern hortet es bei sich zuhause – nur das liebe Geld verspricht schließlich Sicherheit, besonders in unsicheren Zeiten! Und weil Harpagon gerade im Privaten die schlimmste Verschwendung wittert, will er seine Tochter Elise mit dem reichen Witwer Anselme verkuppeln, damit sie ihm nicht länger auf der Tasche liegt. Für sich selbst setzt er auf eine Verbindung mit der armen und daher sicher genügsamen Mariane, nicht wissend, dass diese seinen Sohn Cléante liebt.

Nichts und niemand kann den Geizigen bremsen: Sein Geld will er lieber verschlingen, als sich von ihm zu trennen. Doch seine Kinder, kaum erwachsen, wollen ihren Anteil am väterlichen Kuchen abhaben. Zusammen mit den anderen Entrechteten und Beleidigten seines Haushalts spinnen sie eine Intrige. Als eine Schatulle samt kostbarem Inhalt verschwindet, regieren endlich Wahnsinn und Anarchie und Molières subversive Komik kann sich ungehindert entfalten...

Der Theater­ und Filmregisseur Leander Haußmann hat nach „Cyrano de Bergerac“ zuletzt am Thalia Theater Kleists „Amphitryon“ inszeniert. Jetzt bringt er mit Molières „Der Geizige“ ein Stück auf die Bühne, das schon bei seiner Uraufführung 1668 in Paris aktuell war, hatten sich doch gerade in England, New York und anderswo jene großen Bankhäuser gegründet, deren Aktienpakete sich immer mal wieder im freien Fall befinden.

Regie: Leander Haußmann
Bühne: Peter Schubert
Kostüme: Janina Brinkmann
Dramaturgie: Susanne Meister
Licht: Jan Haas

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Kindertheater

Pippi Langstrumpf

von Astrid Lindgren / Spunk für Alle

„Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut.“

Als Tommy und Annika Pippi Langstrumpf begegnen, lernen sie die Welt mit anderen Augen zu sehen. Pippi hat nicht nur einen Koffer voll Gold, ihr Pferd „Kleiner Onkel“ und den Affen „Herr Nilsson“ – sie ist auch das stärkste Mädchen, das es gibt und macht, was ihr gefällt.

Pippi Langstrumpf ist für viele Kinder und Erwachsene zu Kultfigur und Vorbild geworden. Seit 75 Jahren verkörpert sie die Sehnsucht nach Unangepasstheit und Stärke, aber vor allem nach Freiheit, von der ihre Erfinderin Astrid Lindgren einmal sagte: „Freiheit bedeutet, dass man seine Meinung sagen kann und dass man nicht alles so machen muss wie alle anderen Menschen auch.“ Pippi lebt ganz selbstverständlich nach ihren eigenen Regeln und will trotzdem nicht anecken. Freigeister, Vordenkende und gleichzeitig sozialen Halt – etwas, das wir in diesen Zeiten vielleicht mehr brauchen denn je? Grundsätzlich gilt: Wunsch und Wirklichkeit! Wer die Welt uminterpretiert, kann sie auch verändern.

Jette Steckel inszeniert die Geschichten einer einzigartigen Heldin und Freundin als phantasievolle Reise für uns alle: „alle groß und klein trallalala lad' ich zu mir ein“.

Regie: Jette Steckel
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Sibylle Wallum
Komposition: Anna Bauer
Musikalische Leitung: Anna Bauer, Mark Badur
Choreografische Arrangements: Yohan Stegli
Licht: Paulus Vogt
Sound: Rewert Lindeburg, Benedikt Kohlmann

Empfohlen ab 8 Jahren

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Schauspiel

Die Wildente oder Der Kampf um die Wahrheit

frei nach Henrik Ibsen / Regie Thorleifur Örn Arnarsson

Die Sehnsucht nach Wahrheiten wird in unserer Gegenwart immer größer. Je weniger es verlässliche Fakten zu geben scheint, umso drängender werden sie eingefordert. Nicht selten verkommen sie damit zum Handelsgut politischer und gesellschaftlicher Interessen. Polemik, Verdrehungen, Populismus und Lügen bestimmen den Kampf um das Wahre und Richtige. Politische Wahrheiten, wissenschaftliche Wahrheiten, persönliche Wahrheiten – sie alle konkurrieren miteinander und führen zu Verwerfungen und Verunsicherung in der Bevölkerung. Wem sollen wir noch glauben?

Die menschliche Notwendigkeit, sich vor den Zumutungen des Lebens hinter Lügen und einfachen Wahrheiten zu verschanzen, ist eines der Lebensthemen des norwegischen Autors Henrik Ibsen. In „Ein Volksfeind“ macht ein Wissenschaftler die Entdeckung, dass das Wasser des heimischen Kurbades verseucht ist. Mit großer Beharrlichkeit und ohne Rücksicht auf die Konsequenzen drängt er darauf, dass der Betrieb, von dem die Stadt lebt, umgehend geschlossen wird. In „Die Wildente“ fristet eine Familie ihr kleines Leben und erzieht mit einer sorgsam voreinander verborgenen Lüge ein Kind. Geht es nicht allen gut damit?

Was passiert, wenn das Aufdecken von Geheimnissen in Ruin und Zerstörung führt? Und wer hat das Recht, seine Sicht der Dinge im Namen einer selbsternannten Moral durchzusetzen?

In der Figur des Wissenschaftlers Gregers Werle, der sich entschlossen gegen die Lügen auflehnt, die er überall zu entdecken meint, verschränkt Thorleifur Örn Arnarsson beide Ibsen-Dramen miteinander. In surrealen Bildwelten schafft er ein komplexes, vieldeutiges Kaleidoskop radikaler Sinn- und Wahrheitssuche.

Der isländische Regisseur war zuletzt Schauspieldirektor an der Volksbühne in Berlin, er arbeitet u.a. am Reykjavik City Theatre Iceland, am Norwegischen Nationaltheater in Oslo und am Wiener Burgtheater. Seine Neuerzählung der »Edda« - der großen Erzählung über die nordische Mythologie und Göttergeschichte wurde 2018 mit dem Faust-Preis ausgezeichnet und war in Hamburg bei den Lessingtagen 2020 zu sehen.

Regie: Thorleifur Örn Arnarsson
Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Andy Besuch
Dramaturgie: Susanne Meister
Musik: Gabriel Cazes
Licht: Jan Haas

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Schauspiel

Thalia Vista Social Club

von Erik Gedeon

"Buckel hin, Falten her, auch mit schütterem Haar und steifem Nacken lässt es sich richtig rocken. Diesen Alten kann selbst der Tod nichts anhaben. Zum Heulen schön!" - Hamburger Morgenpost

Sie brauchen nicht vierzig Jahre zu warten, um Ihre Lieblingslieder von heute voll Nostalgie noch einmal zu hören. Sie müssen nicht darauf hoffen, dass die Enkel von Wim Wenders irgendwo in schäbigen Clubs einen Haufen alter Männer entdecken, die immer noch Ihre Musik spielen. Der Thalia Vista Social Club unter der Leitung von Erik Gedeon verschafft Ihnen den Genuss Ihres musikalischen Lebensabends schon jetzt! Um Jahrzehnte gealtert, macht sich sein Ensemble im Jahre 2040 auf die Suche nach der eigenen musikalischen Vergangenheit und landet, überraschenderweise, bei der Musik von heute. Ein musikalischer Abend mit einer schrägen Portion Altersweitsichtigkeit. Forever Young im Altersheim.

Der Thalia Vista Social Club läuft seit 2001 am Thalia und ist eine absolute Kultinszenierung.

Regie: Erik Gedeon
Bühne: Ulrich Frommhold
Kostüme: Ulrich Frommhold

Dauer 2h, keine Pause

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Schauspiel

Einhandsegeln

von Christian Kortmann / Regie Matthias Günther

Allein auf seinem Segelschiff KATE MOSS. An Bord: ein Mann kurz vor Kap Hoorn. Das Ziel: die Welt umsegeln. In seinem Logbuch hält er Koordinaten, Tagesabläufe und Erkenntnisse fest. Gegen Ende seiner Reise steht er vor einer Entscheidung: Soll er sich dem Zugehörigkeitswunsch zur Gesellschaft unterordnen oder doch im Trost der Einsamkeit seinen eigenen Weg gehen?

Regie: Matthias Günther
Ausstattung: Nadin Schumacher

Dauer 1:30h, keine Pause

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Schauspiel

Maria Stuart und Elisabeth

Ein Duell zweier Königinnen

Auf der Thalia Bühne treffen sich an einer Bushaltestelle die Königinnen „Maria Stuart und Elisabeth“ zum Duell. Beide hoffen auf eine Zukunft ohne die andere, um endlich frei atmen zu können. „Das ist der Augenblick der Freiheit, wenn jede Angst des Irdischen von einem abfällt.“ Karin Neuhäuser und Barbara Nüsse spielen nach fast zwei Jahre Fahrplanänderungen ihr grandioses Königinnenduell in der Inszenierung von Antú Romero Nunes im Thalia Theater.

Und im Anschluss jagt eine junge Frau den Woyzeck durch die Nacht.

Regie: Antú Romero Nunes
Bühne: Matthias Koch
Kostüme: Victoria Behr
Dramaturgie: Matthias Günther
Musik: Anna Bauer, Johannes Hofmann
Mit: Barbara Nüsse, Karin Neuhäuser

Dauer 1h, ohne Pause

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Schauspiel

(R)Evolution - Eine Anleitung zum Überleben im 21. Jahrhundert

von Yael Ronen und Dimitrij Schaad / Inspiriert von Yuval Noah Harari

Eine Anleitung zum Überleben im 21. Jahrhundert

Der Mensch steht kurz davor, Gott zu werden. Oder steht er kurz davor, sich durch grenzenlose Technisierung und Ausbeutung des Planeten selbst abzuschaffen? Yuval Noah Harari ist einer der aufregendsten Denker der Gegenwart. Seine „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“ sind eine globale Bestandsaufnahme, die unser Verhalten und unsere individuelle Moral in Zeiten von Chaos und enormer Verunsicherung so zwingend wie lange nicht mehr in Zweifel zieht.

Die digitale Revolution, die unser Leben leichter macht, ist voller Verheißungen – sie ist das Ende des Dramas der Entscheidungs- findung. Gleichzeitig wird uns die Tech-Euphorie mit ihren unbegrenzten Möglichkeiten große Fragen an das Mensch-Sein stellen. Zusammen mit dem Ensemble entwirft Yael Ronen eine Welt, in der sich die Figuren mit den Herausforderungen der nächsten Evolutionsstufe, dem Homo Digitalis, konfrontieren müssen: die eigene Bedeutungslosigkeit, wenn Milliarden Menschen von Algorithmen aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden, symbiotische Beziehungen mit Künstlicher Intelligenz und virtuelle Realitäten. Digitale Diktaturen, in denen unsere Daten zu einem Werkzeug in den Händen einiger weniger werden – oder die ethischen Dilemmata, die mit den unabsehbaren Folgen genetischen Designs einhergehen. Und was bedeutet das Ganze eigentlich für den sogenannten „freien Willen“? Innerhalb dieser Versuchsanordnung werden die Gedanken Yuval Noah Hararis zum Ausgangspunkt einer Recherche, die die Widersprüche einer möglichen Zukunft ad absurdum führt. Gibt es Utopien des Zusammenlebens, die wir für immer verpasst haben?

Die israelische Regisseurin und Autorin Yael Ronen ist be- kannt für ihre originellen und humorvoll-provokanten Auseinandersetzungen mit aktuellen Kontroversen. Sie spiegelt in ihren vielfach preisgekrönten Stückentwicklungen brisante weltpolitische Fragen, historische oder kulturelle Konflikte in den persönlichen Erfahrungen ihrer Schauspielerinnen und Schauspieler. Die Hausregisseurin des Maxim Gorki Theater Berlin war in den letzten Jahren u.a. mit „Common Ground“, „The Situation“ und „Winterreise“ bei den Lessingtagen in Hamburg zu Gast. (R)Evolution ist ihre erste Arbeit mit dem Ensemble des Thalia Theater.

Regie: Yael Ronen
Bühne: Wolfgang Menardi
Kostüme: Amit Epstein
Musik: Yaniv Fridel, Ofer (OJ) Shabi
Video: Stefano Di Buduo
Licht: Paulus Vogt
Dramaturgie: Emilia Linda Heinrich

Dauer 1:35h, keine Pause

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Schauspiel

Shockheaded Peter

Junk-Oper nach Motiven aus "Der Struwwelpeter" von Heinrich Hoffmann / Ein Musical der Tiger Lillies, Julian Crouch und Phelim McDermott / Musik Martyn Jacques

Wie verhält sich eine Gruppe von Kindern, die auf sich allein gestellt ist, weil sie gegen diejenigen revoltieren, die ihnen sagen, wie sie sichverhalten sollen? Sie sucht sich ein Vorbild – jemand, dessen Regelwerk sie sich zu eigen machen kann. Und dieses Vorbild bekommt eine Autorität, weil es die Autoritäten ablehnt – ein Widerspruch? Vielleicht. Denn es handelt sich um keinen Geringeren, als „Pfui, den Struwwelpeter!“ Jeder kennt ihn und seine Gleichgesinnten, den Suppen-Kaspar, Zappel-Philip oder Hans-Guck-in-die-Luft. Sie sind zu prototypischen Figuren der Abschreckungspädagogik geworden. Der Psychiater Heinrich Hoffmann erfand sie 1845 und untertitelte die Urfassung des „Struwwelpeter“ mit „Lustige Geschichten und drollige Bilder“. So lustig endet es aber für keine seiner Figuren, viel eher lernen sie: Wer nicht hören will, muss fühlen! In „Shockheaded Peter“ begehren die Kinder auf gegen die Autoritären und den vorauseilenden Gehorsam. Verstoßen und isoliert leben sie auf engem Raum irgendwo im Abseits der Gesellschaft. Zwischen Anarchie und Selbstdisziplinierung erziehen sie sich gegenseitig – aber wer bestimmt hier eigentlich was richtig ist und was falsch?In pointiert-komischen und surrealen Bild- und Musikwelten wird das Ensemble des Thalia Theater zur Irritation für die Artigen und Braven. Zwischen Slapstick und Groteske erzählen sie die Horror-Geschichten um den Ungekämmten mit den langen Fingernägeln. Und ihre Musik ist live – arrangiert im schräg-makabren Stil der britischen Band „The Tiger Lillies“ – zwischen Punk, Kunstmusik, Vaudeville, Blues und Falsett-Gesang.

Regie: Peter Jordan, Leonhard Koppelmann
Bühne: Christoph Schubiger
Kostüme: Barbara Aigner
Dramaturgie: Emilia Linda Heinrich
Musikalische Leitung: Uwe Granitza
Choreografie: Bridget Petzold
Licht: Max Bäßler
Tonmeister: Hendrik Glax, Fredrik Sterzel

Dauer: 1.20h, ohne Pause

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Online

Thalia digital

Willkommen in unserer Mediathek! Hier finden Sie die im Lockdown entstandenen Video-Reihen "Theater der Lüfte", "Poesie-Ambulanz", "Ich erwarte die Ankunft des Teufels" oder "Es brennt noch Licht", den "SchillerWalk" und die "Hyperion-Miniaturen", die Thalia Podcasts und eine Übersicht über die kommenden Streams.

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© Armin Smailovic
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Thalia Theater

Das alte Gebäude des Thalia Theaters wurde von den Architekten Franz Georg Stammann und Auguste de Meuron konzipiert und 1843 gegenüber dem heutigen Bau errichtet. Der größere Neubau wurde 1912 unter Leitung des Regisseurs Leopold Jessner am Pferdemarkt, heute: Gerhart-Hauptmann-Platz, (Architekten Werner Lundt und Georg Kallmorgen) mit 1300 Plätzen eröffnet. Im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude weitgehend zerstört, Ende der fünfziger Jahre restauriert und im Dezember 1960 wiedereröffnet.

Das Thalia Theater ist eines der drei Hamburger Staatstheater, eine Sprechtheaterbühne mit einem festen und viel gerühmten Ensemble. Es gibt auf der großen Bühne ca. 1.000 Plätze, das Repertoire umfasst etwa 20 Produktionen, die täglich wechselnd oder in Blöcken gespielt werden. Pro Spielzeit gibt es etwa neun neue Premieren im Großen Haus am Alstertor.
Kartenkasse
Mo-Sa 10-19 Uhr
So und Feiertage 16-18 Uhr
info@thalia-theater.de
Tel. 040.32814-444, Fax -212

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Aufführungen / Theater Deutsches Schauspielhaus Hamburg Hamburg, Kirchenallee 39
Aufführungen / Theater Thalia in der Gaußstraße Hamburg Hamburg, Gaußstraße 190
Aufführungen / Theater The English Theatre of Hamburg Hamburg , Lerchenfeld 14
Aufführungen / Ballett Hamburg Ballett John Neumeier Hamburg, Caspar-Voght-Straße 54
Aufführungen / Theater Kampnagel Hamburg, Jarrestraße 20
Ereignisse / Festival Internationales Musikfest Hamburg 28.4. bis 7.6.2023
Konzerte / Konzert Laeiszhalle Hamburg Hamburg, Johannes-Brahms-Platz
Aufführungen / Theater Theater Itzehoe Itzehoe, Theodor-Heuss-Platz 1
Aufführungen / Oper Opernloft Junges Musiktheater Hamburg e.V. Hamburg, Van-Der-Smissen-Straße 4
Aufführungen / Theater Theater das Zimmer Hamburg, Washingtonallee 42
Aufführungen / Kabarett Theaterschiff Hamburg Hamburg, Holzbrücke 2 / Nikolaifleet
Aufführungen / Theater Altonaer Theater Hamburg, Museumstraße 17
Aufführungen / Theater monsun.theater Hamburg Hamburg, Friedensallee 20
Aufführungen / Theater Komödie Winterhuder Fährhaus Hamburg, Hudtwalckerstraße 13
Aufführungen / Aufführung Die Burg - Theater am Biedermannplatz Hamburg, Biedermannplatz 19
Aufführungen / Theater VB Thalia Hamburg, Maike-Harder-Weg 19
Aufführungen / Operette Hamburger Engelsaal Hamburg, Valentinskamp 40 - 42
Aufführungen / Theater Pantheater Haseldorf, Deichreihe 29
Aufführungen / Theater Galli Theater Hamburg Hamburg, Behringstraße 26-28

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