Aufführungen / Theater
Deutsches Schauspielhaus Hamburg
Hamburg, Kirchenallee 39
- Heute: Die Möwe
- Morgen: Blick hinter die Kulissen
- Premiere: Drosseln
- Uraufführung: NEW HAMBURG: Veddelogie To Go
- Herr Puntila und sein Knecht Matti

- Das Bildnis des Dorian Gray
- Alles auf Anfang!
- alphabet
- Das große Heft
- Fabian oder Der Gang vor die Hunde
- Chorlabor
- Ein Sommer in Niendorf
- Hundeherz
- Bernarda Albas Haus

- BACKSTAGE Jugendclub-Festival 2026
- Am Ende Beton.
- Vergissmalnicht und anderes Unkraut
- Würde gerne positiver sein!
- Vampire’s Mountain
- Zwischen den Wimpernschlägen
- Da habe ich leider schon einen anderen Termin
- Stadt der Kinder
- Moonside of the dark
- Poetry Slam Finale
- Bisscounter
- ANTHROPOLIS II: Laios

- Tante Esther late ein!
- Virtueller Rundgang
- Der Zuschauerraum des Schauspielhaus zählt zu den schönsten Theaterräume Deutschlands.
Aufführungen / Theater
Thalia Theater Hamburg
Hamburg, Alstertor 1
- Heute: Der zerbrochne Krug
- Morgen: Hard Times
- Premiere: The Boys Are Kissing
- Arendt
- Die Wut, die bleibt

- Die kleine Meerjungfrau
- Was ihr wollt
- Thalia Vista Social Club
- Einhandsegeln
- Wenn die Rolle singt oder der vollkommene Angler
- Das Thalia Theater ist eines der drei Hamburger Staatstheater, eine Sprechtheaterbühne mit einem festen und viel gerühmten Ensemble.
Aufführungen
| Ballett
Aufführungen
| Schauspiel
No Body
Thalia in der Gaußstraße
Wer Lilian wirklich ist, das weiß niemand so richtig. Weder ihre alten Schulbekanntschaften Hannah und Mia noch ihr bester Freund Jonas. Jahrelang hat sie als Schwarze junge Frau so viel von sich verstecken müssen und dabei ein Stück ihrer selbst verloren. Als es in ihrer ersten Uni-Woche zu einem rassistischen Vorfall kommt, der viral geht, formiert sich Widerstandunter den Studierenden. Ungewollt aber doch mittendrin: Lilian. Und mal wieder zeigt sich, weder Schulhof noch Universität sind neutrale Zonen, auf ihnen wird Welt gespielt – nach allen Regeln. Doch diesmal ist Lilian nicht allein. Sie findet Verbündete und sich selbst. Die berühmte Hamburger Regisseurin Mable Preach bringt mit NO BODY einen Abend voller Popkultur und Comic-Referenzen auf die Bühne und stellt neben aller Verspieltheit Fragen nach Solidarität. Was lässt sie entstehen und welche Verantwortung tragen Bildungsinstitutionen dabei? Regie: Mable Preach Bühne: Dennis Stoecker Kostüme: Gianna-Sophia Weise Musik: Kian Jazdi Dauer: 1 Std. 10 Min., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Die Odyssee
Thalia in der Gaußstraße
„Nur wenige Söhne sind wahrlich gleich ihrem Vater, meistens sind sie schlechter und nur wenige besser.“ (Homer) Als Odysseus in den Trojanischen Krieg zog, ließ er seine Frau Penelope mit einem Säugling zurück. Nun, 20 Jahre später, ist der Sohn zum Jüngling herangereift. Telemachos hat seinen Vater nie gesehen. Er kennt Erzählungen über den einfallsreichen Odysseus, aber ob der große Kriegsheld noch lebt, weiß er nicht. Eines Tages erscheint ein Mann auf dem väterlichen Hof auf der Insel Ithaka, der ein großes Bildnis des Odysseus mit sich trägt. Er kennt, wie sich herausstellt, den Kriegsheld: Telegonos ist ebenfalls ein Sohn des Odysseus. Mit seiner Mutter, der schwarzen Zauberin Kirke, lebte Odysseus ein Jahr auf der Insel Aiaia zusammen, nachdem sie die Hälfte seiner Gefährten in Schweine verwandelt hatte. Telemachos und Telegonos erwarten nun gemeinsam die Rückkehr des wandlungsreichen Mannes, den es so oft vom Wege abtrieb, seit er Troja zerstörte. Antú Romero Nunes (er)spinnt gemeinsam mit den Schauspielern Thomas Niehaus und Paul Schröder die Geschichte des unzuverlässigen Geschichtenerzählers Odysseus. Regie: Antú Romero Nunes Ausstattung: Jennifer Jenkins, Matthias Koch Dramaturgie: Matthias Günther Musik: Johannes Hofmann Eine Produktion im Rahmen mit Theater der Welt 2017 Dauer: 2 Std. 10 Min., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
To My Little Boy
Thalia in der Gaußstraße
Aaron ist vierzig, Geologe, schön und gesund, hat sein religiöses Elternhaus hinter sich gelassen und stattdessen das Partyleben genossen. Alles könnte fabelhaft sein – doch irgendwie klappt es trotzdem nicht mit dem Sinn im Leben. So sehr er sich auch müht, letztlich ist da nur sein Plüschschwein Tupper, das ihm Halt verspricht. Caren Jeß schreibt ein Stück über die absolute Überforderung in der Gegenwart. Sie spannt den Bogen zwischen der Angst vor dem Weltende, der Unfähigkeit, sich zu verstehen, und der ewigen Sehnsucht nach der Sicherheit in der Liebe. Rasend komisch und zutiefst ehrlich trifft sie den Geist einer Generation, die dem Schwindel der sich selbst überholenden Zeit entgegentreten muss. Regie: Marie Bues Bühne: Heike Mondschein Kostüme: Amit Epstein Musik: Lila Zoe Krauss Dramaturgie: Nora Khuon Dauer: 1 Std. 40 Min., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Wenn die Rolle singt
Wenn die Rolle singt
oder der vollkommene Angler
Thalia Theater
Angeln ist praktische Philosophie. Angeln ist Kontemplation und Stress, Entschleunigung und Adrenalin, Erfolg und Misserfolg. Angeln ist Auf und Ab. Angeln ist mit einem Wort: Das Leben. Der Angler ist der Prophet des Glaubens. Er sucht in jedem noch so dunklen Gewässer einen Schimmer der Hoffnung. Aber meistens scheitern seine Versuche. Aber er scheitert gern. Im Angeln findet das Scheitern seinen höchsten Ausdruck. Denn: Nur wer neunmal gescheitert ist, kann einmal auch ein überglücklicher Mensch sein. Paul Schröder und Thomas Niehaus begeben sich auf einen abendlichen Ansitz an ihr Vereinsgewässer und werfen ihre Schnüre aus in der Hoffnung auf den großen Fang. Kein Wasser ist ihnen zu trübe, als dass sie nicht darin zu fischen versuchten. Kein Thema ist ihnen zu heikel, um es nicht ausführlich zu erörtern. Und neben Angler-Latein und eiskalten Fakten, neben Izaak Walton und Petrus bleibt die ewige Frage: Was tun wir hier? Sitzen wir nicht alle am fließenden Wasser des Lebens und werfen die Schnur aus im Gedanken an unser Glück? Und während sie so dasitzen, zwei Denkmäler der Geduld und der Hoffnung, und schließlich der lockende „Komm-mit“-Ruf des Waldkauzes die Verheißung der Nacht ankündigt und arme Seelen in die Finsternis des Waldes zu rufen trachtet, holen die beiden ihre Stirnlampen raus und bereiten sachlich und konzentriert die Aal-Montage vor. Dann stimmen sie ein Lied an. Oder auch nicht. Je nach Wetterlage. Regie: Johanna Witt Bühne: Marion Schindler Video: Jonas Link Dauer 2:30 h, inklusive einer Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Anleitung ein anderer zu werden
Thalia in der Gaußstraße
Ein anderer werden… Eine Identität beseitigen, um eine andere zu erfinden… Eine Haut abreißen, die sich Herkunft nennt und eine andere anziehen und sie Zukunft nennen und die verhasste Prekariats-DNA aus dem alten Körper heraus meißeln um dann den neuen Körper zum feuchten Traum des intellektuellen Bürgertums zurecht zu adonisieren… Was heißt das? Édouard, eigentlich Eddy, will nicht arm sein und hungern und auf neue Kleidung verzichten, und will nicht ein Leben lang auf vergessenen 5 km² französischer Provinz vom Haus, in die Schule, in die Fabrik ausdauerlaufen, und will nicht ein Leben lang sein Begehren nach anderen Männern verstecken müssen, Édouard will… eigentlich alles andere als ein anderer sein. Er will dazugehören. Aber er steckt fest. Er steckt fest im Schicksal einer Klasse, eines Milieus, eines Status. Er steckt fest in der Notwendigkeit, sich zu verändern, um seinem Ursprung zu entkommen. Sein Ursprung, der seine Familie ist, seine Arbeiterfamilie, sein Vater. Aber nicht sein Vater zu werden, das Gegenteil des Vaters zu werden, ihn gänzlich hinter sich zu lassen, ihn möglichst abzusägen vom Stammbaum einer schicksalhaften Biografie, das geht doch nicht. Selbst in der grabentiefen Ferne zwischen der Heimat im Proletariat und dem Exil in der Bourgeoisie, bleibt der Vater ihm nah. Eine negative Omnipräsenz, der man sich wie dem eigenen Schatten nie wirklich entziehen kann und vielleicht auch nicht wirklich will. Denn ist da nicht auch Sehnsucht und Zärtlichkeit? Die Nachwuchsregisseurin Chiara Liotine sucht in einer poetisch-fragmentarischen Adaption des Romans Anleitung ein anderer zu werden des französischen Shootingstars Édouard Louis nach der Beziehung zum Vater und schält sich so Erinnerung um Erinnerung in die Schichten einer komplizierten Beziehung. Regie: Chiara Liotine Bühne: Antonia Kamp Kostüme: Anna Degenhard Dramaturgie und Choreografie: Natalja Starosta Musik: Tom Gatza Dauer: 1 Std. 20 Min., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Einhandsegeln
Thalia Theater
Allein auf seinem Segelschiff KATE MOSS. An Bord: ein Mann kurz vor Kap Hoorn. Das Ziel: die Welt umsegeln. In seinem Logbuch hält er Koordinaten, Tagesabläufe und Erkenntnisse fest. In einer Mehrstimmigkeit von Selbst- und Zwiegesprächen, Träumen, Visionen reift die Einsicht, dass „Freiheit ein Lehrberuf“ ist. Gegen Ende seiner Reise steht er vor einer Entscheidung: Soll er sich dem Zugehörigkeitswunsch zur Gesellschaft unterordnen oder doch im Trost der Einsamkeit seinen eigenen Weg gehen? Christian Kortmann sagt: „Es geht mir um Fragen, die uns grundsätzlich in dieser Gesellschaft beschäftigen. Das Alleinsein und die Einsamkeit sind bei einem Einhandsegler das tägliche Brot, ja: die grundsätzliche Arbeitsbedingung. Der Protagonist sucht diese Einsamkeit und macht sie enorm produktiv. In der Beschäftigung mit den Einhandseglern ist mir auch das erste Mal der Begriff „Einsamkeitsliebe“ begegnet, den kannte ich so vorher noch nicht.“ (taz 13.2.2022) Regie: Matthias Günther Ausstattung: Nadin Schumacher Mit: Tim Porath Dauer: 1:30h, keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Thalia Vista Social Club
Thalia Theater
»Buckel hin, Falten her, auch mit schütterem Haar und steifem Nacken lässt es sich richtig rocken. Diesen Alten kann selbst der Tod nichts anhaben. Zum Heulen schön!« (Hamburger Morgenpost) Sie brauchen nicht vierzig Jahre zu warten, um Ihre Lieblingslieder von heute voll Nostalgie noch einmal zu hören. Sie müssen nicht darauf hoffen, dass die Enkel von Wim Wenders irgendwo in schäbigen Clubs einen Haufen alter Männer entdecken, die immer noch Ihre Musik spielen. Der Thalia Vista Social Club unter der Leitung von Erik Gedeon verschafft Ihnen den Genuss Ihres musikalischen Lebensabends schon jetzt! Um Jahrzehnte gealtert, macht sich sein Ensemble im Jahre 2040 auf die Suche nach der eigenen musikalischen Vergangenheit und landet, überraschenderweise, bei der Musik von heute. Ein musikalischer Abend mit einer schrägen Portion Altersweitsichtigkeit. Forever Young im Altersheim. Der Thalia Vista Social Club läuft seit 2001 am Thalia und ist eine absolute Kultinszenierung. Regie und Musikalische Leitung: Erik Gedeon Bühne und Kostüme: Ulrich Frommhold Dramaturgie: John von Düffel Dauer: 2 Std., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Was ihr wollt
Thalia Theater
Ein Mann liebt eine Frau, die er noch nie gesehen hat. Diese Frau liebt wiederum einen Mann, der sich nur als solcher ausgibt und ansonsten eine Frau ist. Jene Frau liebt ersteren Mann, der aber glaubt, sie sei ein Mann. Dieses Liebeschaos vollzieht sich in Illyrien, einem wundersamen Ort am Meer, bevölkert von egozentrischen und närrischen Menschen. Doch wer glaubt, die Liebe sucht ihr Gegenüber, irrt. Das Zentrum der Liebe ist zumeist der oder die Liebende selbst. Die Liebe? Selbstrettung und Heilmittel für die wunde Seele. Aber einen Menschen gibt es in Illyrien, der anders ist, der Herzen aufweckt und Identitäten erweitert. Gemeinsam mit dem Treppenhausorchester befragen Anne Lenk und das Ensemble die Möglichkeiten der Liebe in einer Welt, die sie verloren zu haben scheint. Regie: Anne Lenk Bühne: Judith Oswald Kostüme: Sibylle Wallum Musik/Komposition: Kostia Rapoport Licht-Design: Jan Haas Orchesterleitung: Thomas Posth Dramaturgie: Nora Khuon, Susanne Meister Wir danken der Claussen-Simon-Stiftung für ihre großzügige Förderung des Treppenhausorchesters und der Komposition für Was ihr wollt. Dauer: 2 Std. 30 Min., inkl. Pause
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| Schauspiel
Zünzle
Thalia in der Gaußstraße
Die Spitzengardinen sind beiseitegezogen, das gute Geschirr im Karton verstaut. Eine junge Frau und ihre Großmutter sitzen zwischen den Dingen, die von einem Leben übrig geblieben sind. Gemeinsam versuchen sie, das Unbegreifliche zu fassen und sich noch einmal zu erinnern: an den Wald vor der Tür, an gemeinsame Besuche im Solebad, an Gute-Nacht-Geschichten und Entstehungsmythen. Sie geben sich ihren Fantasien hin, spielen mit Erinnerungen und deren Erzählsträngen und nehmen einander an die Hand, um alte wie neue Brandherde zu entfachen. Schmerz und Trauer um einen geliebten Menschen werfen die Frage auf, was angesichts ökologischer Verluste von einem selbst noch bleibt. Das gemeinsame Erinnern wird zur treibenden Kraft, mit der sie sich dem Verlust lebenslustig entgegenstemmen. Wie kann man sich an die Stimme eines Menschen erinnern? Wie an einst lebendige Wälder und Moore, wenn durch Hitze und Dürren ganze Landschaften trist und leblos werden? Kaija Knauers Dramentext »Zünzle« lässt mit unvergänglicher Kraft Klimatrauer und persönliche Erinnerungen ineinandergreifen. Ihr Text wurde für den Preis für junge Dramatik am Staatstheater Braunschweig nominiert und durch die Wiener Wortstätten gefördert. Regisseur Ilario Raschèr schloss 2024 sein Regiestudium an der HFMT Hamburg ab und bringt ihren Text erstmals auf die Bühne. Regie: Ilario Raschèr Bühne: Julius E. Böhm Kostüme: Luca Punke Dramaturgie: Darius Hartwig Dauer: 1 Std. 20 Min., keine Pause
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| Schauspiel
Der König stirbt
Thalia in der Gaußstraße
Der König stirbt. Eigentlich ist sein Tod längst überfällig. Der Staat ruiniert, die Wirtschaft am Boden, die Außenbeziehungen zerrüttet – Zeit abzudanken und anderen das Ruder zu überlassen. Doch je dringlicher die Königinnen und der verbliebene Hofstaat versuchen, dem Herrscher die Realität näherzubringen, desto entschiedener weigert sich dieser, das Unvermeidliche zu akzeptieren. Er klammert sich an seine Rolle, seine Bedeutung, seine Sprache, während seine Welt Stück für Stück zerfällt. In Jessica Weisskirchens Inszenierung wird das absurde Spiel über Vergänglichkeit, Macht und Kontrollverlust aus Ionescos Meisterwerk des absurden Theaters zur bitterkomischen Bestandsaufnahme unserer Gegenwart. Denn während wir gern vom Ende alter Machtfiguren sprechen, erweisen sie sich realpolitisch als erstaunlich lebendig. Weltweit gewinnen autoritäre Figuren und die Machtfantasien einer alten Ordnung wieder an Einfluss. Todgesagte leben länger – und manche wirken unsterblicher denn je. Der König wird so zur Figur unserer Zeit: ein Herrscher, der sich selbst beim Untergang zusieht und dennoch nicht abtritt. Ein Abend über Machtfantasien, Verdrängung und die Angst vor Bedeutungsverlust – und über all die Könige unserer Zeit, die einfach nicht gehen wollen. Regie: Jessica Weisskirchen Bühne und Kostüme: Wanda Traub Choreografie: Michael Bronczkowski Dramaturgie: Johanna Vater Regieassistenz: Krümmel Buehler Dauer: 1 Std. 30 Min., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Verwandlung
Thalia in der Gaußstraße
Kafkas Die Verwandlung ist die wohl berühmteste Erzählung über Entfremdung, Anpassung und den Wunsch, gesehen zu werden. Sie birgt die Frage in sich: Was passiert mit denen, die nicht mehr ins System passen? Burhan Qurbani, bekannt für seine filmischen Überschreibungen von u. a. Berlin Alexanderplatz und Kein Tier. So Wild , überträgt Kafkas Erzählung in eine Gegenwart, in der Zugehörigkeit neu verhandelt werden muss. Vier Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven begegnen sich auf geheimnisvolle Weise – als hätte das Schicksal sie zusammengeführt. Ihre Erfahrungen spiegeln sich: die Angst vor Ausgrenzung, das Ringen um Identität in einer sogenannten pluralistischen Gesellschaft, die Frage nach Anpassung und Selbstbehauptung. Doch was, wenn nicht Gregor Samsa, sondern die Welt sich verwandelt hat? Qurbanis Stück entfaltet aus Kafkas Motiv der Verwandlung ein vielstimmiges Echo auf unsere Gegenwart – auf die Menschen, die um Sichtbarkeit kämpfen, die sich behaupten müssen in einer Welt, die sie immer schon zum Scheitern verurteilt hat. Regie: Burhan Qurbani Bühne: Elisa Limberg Kostüme: Elisa Limberg Musik: Camill Jammal Dramaturgie: Elvin İlhan Dauer: 1 Std. 40 Min., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
The Boys Are Kissing
Thalia in der Gaußstraße
Premiere: 6.6.2026 Ein Kuss, ein Beben, ein Chaos: Zwei neunjährige Jungen küssen sich auf dem Schulhof und die Eltern geraten unter Druck. Zwischen Panik, Prinzipien und absurden Erziehungsdebatten suchen sie verzweifelt nach der »richtigen« Reaktion. Während sie sich in ihren Ängsten verlieren, mischen sich zwei überirdische Kräfte ein – mächtig, unberechenbar und mit einer Vorliebe für Drama: In Gestalt zweier queerer Engel weisen sie den Weg in eine offenere Zukunft. Zak Zarafshan entlarvt in seiner scharfsinnigen Komödie, die mit enormen Erfolg schon London eroberte, mit Witz und Tempo die Bruchstellen der Toleranz und die grotesken Reflexe einer überforderten Gesellschaft. Regie: Anne Lenk Bühne: Judith Oswald Kostüme: Sibylle Wallum Musik/Komposition: Johannes Hofmann Lichtdesign: Ralf Scholz Dramaturgie: Elvin Ilhan
Aufführungen
| Schauspiel
Baracke
Thalia in der Gaußstraße
Autor Rainald Goetz, rasender Chronist der Gegenwart, denkt in einer sprachgewaltigen Collage aus Szenen und Stimmen jüngste deutsche Gegenwart und Vergangenheit zusammen. Sein Lebenslauf der Liebe fragt nach der Entstehung von Hass und Gewalt und analysiert, wie rechtes Gedankengut und patriarchale Machtstrukturen in der bürgerlichen Kleinfamilie wurzeln. Die Clique von Bea, Uwe und Ramin gerät in den 90ern in die Wirren der Wendezeit und driftet ab ins rechte Milieu. In einem Versuch, der Enge ihrer Herkunftsfamilie zu entkommen, verliebt sich Beate zunächst in Ramin – und heiratet dann Uwe. Die beiden gründen eine Familie und steigen gesellschaftlich auf. Im Umgang miteinander und mit ihren Kindern spiegeln sie das Leben ihrer Eltern und geben so weiter, was über Generationen gelernt wurde. Bei einem Hochzeitsfest versammelt Goetz Jahre später die Großfamilie und lässt sie verschiedenste Vorstellungen über das Zusammenleben im 21. Jahrhundert diskutieren. Ein Gegenentwurf? Doch unter der bürgerlich-aufgeklärten Oberfläche, im Keller des Hauses, haben der Hass, die Verachtung und der Krieg überlebt. Am Jahrestag der Aufdeckung der politischen Morde des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) wird die Kleinfamilie von der Vergangenheit eingeholt. Regisseur Stefan Pucher inszeniert den 2023 entstandenen brisanten Gegenwartstext mit sechs Spieler*innen des Thalia Ensembles als Panoptikum zwischen Performance und Familienstück. Regie: Stefan Pucher Bühne: Barbara Ehnes Kostüme: Annabelle Witt Musik: Christopher Uhe Dauer: 2 Std. 20 Min., inkl. Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Der zerbrochne Krug
Thalia Theater
Ein zerbrochener Krug steht am Beginn der Geschichte, die von Justizbetrug, Vertuschung, Gewalt und Scheinheiligkeit erzählt. Frau Marthe erscheint im Gericht, in den Händen den zerschlagenen Krug. Als Schuldigen will sie Rupprecht, den Verlobten ihrer Tochter Eve, ausmachen. Richter Adam will ohne weitere Prüfung die Verurteilung vollziehen, um den Vorgang schnell vom Hals zu haben. Doch ganz so einfach gestaltet sich der Prozess nicht. In Kleists böser Komödie ist Wahrheit der Gegenstand, der die Beteiligten am wenigsten interessiert. Hier wollen Verhältnisse gehalten und Macht gesichert werden. Doch zart und stetig bildet sich eine Gegenkraft, die die Mächtigen und ihre Mittel überführt. Regie: Lilja Rupprecht Bühne: Christina Schmitt Kostüme: Annelies Vanlaere Musik: Fabian Ristau Video: Moritz Grewenig Live-Kamera: Sibel Bicer Lichtdesign: Paulus Vogt Choreografie: Ursina Tossi Dramaturgie: Nora Khuon Dauer: 1 Std. 45 Min., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Hard Times
Thalia Theater
Hard Times entfaltet die industrialisierte Welt des 19. Jahrhunderts anhand eines Panoramas der düster-rauchenden Stadt Coketown. Der nüchterne Fabrikant Gradgrind erzieht seine Kinder Luisa und Tom nach dem Prinzip der reinen Vernunft. Mit ihnen wächst das warmherzige Zirkusmädchen Sissy auf. Luisa heiratet pragmatisch und lieblos den selbstgefälligen Banker Bounderby. Tom, der zunehmend verroht, gerät auf die schiefe Bahn. Und auch der ehrliche Arbeiter Blackpool wird zermahlen von einem System, das weder Not noch Moral oder Würde kennt. Charles Dickens erzählt eine Geschichte von Profitdenken, sozialer Ungleichheit und menschlicher Entfremdung. Er zeichnet eine Welt, in der Gefühle als Schwäche gelten und nur zählt, was messbar ist: Fakten und Nutzen. Schwere Zeiten für jede einzelne der vielen Figuren, die an der Gefühlskälte dieser bürgerlichen Ideologie zerbrechen – aber auch die Chance für eine zarte, starke Kraft, die in ihnen allen steckt, sich dagegen aufbäumt und Hoffnung gibt: die Sehnsucht des Menschen nach Kreativität, Herzenswärme und Verbundenheit. Regisseur Antú Romero Nunes wirft einen liebe- und humorvollen Blick auf eine Gesellschaft, die Zahlen über Herzen stellt – und begibt sich musikalisch und mit großem Ensemble auf die Suche nach Phantasie, Empathie und Solidarität. Regie: Antú Romero Nunes Bühne: Matthias Koch Kostüme: Lena Schön, Helen Stein Musik: Anna Bauer Lichtdesign: Jan Haas Dauer: 2 Std. 50 Min., inkl. Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Asche
Asche
Thalia in der Gaußstraße
„Für mich liegt der Hauptreiz des Theaters darin, subjektive Wahrheiten vergrößern zu können. Dass eben diese Wahrheiten die Hauptrolle spielen und nicht die rationale Gleichwertigkeit. Theater machen ist wie Träume teilen.“ Jette Steckel In der Gaußstraße hat Jette Steckel – noch bevor sie dort zuletzt 2011 „Der Fremde“ von Camus inszenierte, der 70 Mal gespielt wurde – 2009 eine Adaption von Ilija Trojanows Roman „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ auf die Bühne gebracht. Ein altes Plakat mit diesem Titel hängt dort noch immer in einem Gang. Jetzt kehrt Hausregisseurin Jette Steckel, die in den letzten Jahren am Thalia immer für die große Bühne inszeniert hat, noch einmal in die Gaußstraße zurück. Im Gepäck zum ersten Mal ein Stück von Elfriede Jelinek, deren Texte in unterschiedlichsten Regiehandschriften immer wieder den Weg auf die verschiedenen Bühnen des Thalia gefunden haben. Jelineks jüngstes Werk „Asche“ ist ein zutiefst persönlicher Text über den Verlust des geliebten Weggefährten, über Trauer und Untröstlichkeit, über das Empfinden, der Welt abhanden zu kommen, wenn der eine Mensch nicht mehr da ist, „verzogen ins Nichts.“ Und was passiert, wenn uns obendrein die Welt, unser Planet abhandenkommt? Das hatte doch einmal so schön angefangen mit der Schöpfung. Die Schönheit der Natur! Und plötzlich ist sie so grausam. „Was waren wir doch für böse Gäste! Nimmer hielten wir Ruh, nimmer hielten wir Rast!“. Die Erde bröckelt schon und an den Rändern ist der Saum runtergetreten. Eine Parallelerde, auf die man hinüberhüpfen könnte, ist nicht in Sicht. Elfriede Jelineks Schreiben ist, wie sie selbst sagt, ein leidenschaftlicher Akt, eine Art Rage. „Ich sehe, die Regie reicht mir einen Zettel herein: Alles Asche. Das hab ich schon vorausgesehen. Ich mache weiter, sogar in der Wüste würde ich noch weitermachen, im Meer auch, aber nicht lang, bei meinen Schwimmkünsten.“ In Kooperation mit dem Zirkus Zartinka, einem Zirkusprojekt des Z*ART e.V. Regie: Jette Steckel Bühne: Florian Lösche Kostüme: Hanna Krümpfer Musik: Matthias Jakisic Leitung ZIRKUS ZARTINKA: Tobias Fiedler Dauer: 1 Std. 40 Min., keine Pause
Aufführungen
| Schauspiel
Sankt Falstaff
Thalia Theater
Ein faszinierendes Update des Königsdramas Heinrich IV. Bildstark, komödiantisch und mit großem Ensemble wird Shakespeare für heute erzählt. Heinrich, vom Wahlvolk auch »Heinz« genannt, braucht dringend einen Nachfolger. Nicht nur ist er krank, es regt sich auch Protest im Land. Sein Sohn Harri ist leider nicht zu gebrauchen, der erkundet lieber mit Kneipenjunkie Falstaff den unteren Rand der Gesellschaft. Doch die Karten werden neu gemischt, als der ehrgeizige Kämpfer Percy in der Provinz eine Rebellion niederschlägt. Während man im Haus der Macht noch um die Nachfolge kämpft, sammelt sich in Flott's Container Club der Widerstand. Hier feiert Falstaff mit Kronprinz Harri das Leben. Kann ihre Liebe über alle Grenzen hinweg bestehen? Kann Shakespeares beliebtester Anti-Held Würde und Menschlichkeit in der kalten Welt der Macht behaupten? Sankt Falstaff handelt vom Auf- und Abstieg der Mächtigen, von einer gefährdeten Liebe und von Menschenwürde. Das Stück der Stunde entlarvt eine Politik, die Populisten nach oben spült und gibt dem demokratischen Widerstand eine Stimme. Es inszeniert die gerade zum Theatertreffen eingeladene bildstarke Regisseurin Luise Voigt. Regie: Luise Voigt Bühne: Natascha von Steiger Kostüme: Maria Strauch Musik: Friederike Bernhardt Choreografie: Tony de Maeyer Lichtdesign: Jan Haas Video: Stefan Bischoff Dramaturgie: Susanne Meister Dauer: 3 Std., inkl. Pause
Aufführungen
| Performance
NEW HAMBURG: Veddelogie To Go
Deutsches SchauSpielHaus Hamburg
Uraufführung: 10.6.2026 Nach »St. Georgologie To Go« in den Spielzeiten 2024-26 lädt das Hamburger Performance-Kollektiv JAJAJA im Rahmen von NEW HAMBURG zu einem Besuch auf die Veddel ein – eine Insel zwischen Hafenindustrie und Wohnquartier, geprägt von bidirektionaler Migration, Klinkerarchitektur, Dorfkultur und Uschi Hoffmann. Gemeinsam mit Bewohner*innen, lokalen Künstler*innen, und Schauspieler*innen des SchauSpielHaus-Ensembles entsteht ein performatives Live-Audioformat: Mit multiplen Perspektiven Straßen entlang gehen, durch neue Türen und andere Öffnungen zu Architektur, Natur, Erlebnis, Begegnung, Geschichte, Installation u. v. m. Mit Funkkopfhörern und Mikrofonen ausgestattet, ergeben sich Gespräch und Begegnung und nicht selten spontane Interviews mit Veddeler:innen. Umgebungsgeräusche und Textfragmente verbinden sich zu einer immersiven Klang-Collage.Es entsteht ein wandelnder Resonanzraum, auf vielen Füßen, in dem die Grenzen zwischen den Performer*innen, der Stadt-Insel und ihren Menschen und dem eigenen Erleben verschwimmen. »NEW HAMBURG: VEDDELOGIE To Go« ist eine Reise durch einen allzu gern vergessenen Stadtteil, die den Möglichkeitssinn mit radikaler Zukunftszärtlichkeit wieder erwecken wird. New Hamburg ist noch voller Nichterwartbarkeiten und soll nach 12 Jahren kontinuierlichem Engagement gebührend gefeiert werden. Iris Minich und Arvild J. Baud entwickeln als JAJAJA Kollektiv seit 2018 poetisch musikalische Stadttouren in einem besonderen Live-Radio-Format. Zuletzt haben sie für das SchauSpielHaus den Audiowalk »St Georgologie To Go« erarbeitet. Iris Minich arbeitet als Performerin an vielen Theatern, Kunst- und Bildungseinrichtungen. Arvild J. Baud ist Musiker und Performancekünstler. Er arbeitet als Soundkünstler viel im Theater, am SchauSpielHaus unter anderem mit Karin Henkel und Stefan Kaegi. In Video- und Audioaufnahmen: Henni Jörissen, Alberta von Poelnitz Regie / Künstlerische Leitung / Performance: Iris MInich & Arvild J. Baud Mitarbeit Bühne: Patrick Coyne Mitarbeit Kostüme: Anna Michaelis Kamera / Schnitt / Video: Lion Frenster Mitarbeit Sound / Technik: Linus Nielsen Dramaturgie: Christian Tschirner
Aufführungen
| Schauspiel