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Aufführungen | Schauspiel

Jeeps

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Lotterie wird, was bisher Schicksal war. Die 400 Milliarden Euro, die hierzulande jährlich zu erben sind, können nun gewonnen werden. Echtes Losglück statt bloße Eierstocklotterie lautet die Gesetzgebung in der neuesten Farce von Nora Abdel-Maksoud, gerade nominiert für den Mülheimer Dramatikpreis. Machte man Ernst damit, so würde mit der ungeheuren Geldmenge auch gewaltige politische und wirtschaftliche Macht neu verteilt, Ungleichheit zwar nicht abgeschafft, aber doch Gerechtigkeit hergestellt sein … Ein Stück weit. Angesiedelt wird das neue Amt für die Erbschaftslotterie gleich neben dem Jobcenter, Arme und junge Erben (ohne Erbe) sehen sich jetzt wieder. Auf dem Amt (eine Verlosungsshow ist in Vorbereitung) treffen zwei Sachbearbeiter auf zwei Frauen, bewaffnet mit einer Pistole. Sie drohen, den lang ersparten Geländewagen des gesichtsblinden Mitarbeiters in die Luft zu jagen. Die eine, Hartz-IV-Empfängerin, wurde beim Pfandflaschensammeln erwischt und will nicht einsehen, dass der Pfanderlös ihr abgezogen wird. Die andere, Tochter eines gerade Verstorbenen, möchte das Los mit „ihrem“ Erbe ausgehändigt bekommen – eigentlich ihr eigenes Geschäft, das leider auf den Namen ihres Vaters lief. Wer reich geboren wurde, will nicht auf das Geld verzichten, und wer nur die Grundsicherung bekommt, hat nun die Chance, endlich reich zu werden. Neue, harte Verteilungskämpfe beginnen, ausgetragen wie immer bei Nora Abdel-Maksoud mit viel bitterbösem Witz. Mit »Jeeps« kratzt die Autorin am empfindlichen Bedürfnis nach sozialer Sicherheit, dem wunden Punkt einer Gesellschaft, in der Klassenunterschiede höchst wirksam selektiv sind, ständig jedoch verleugnet werden. Mit bissiger Zuspitzung und Präzision seziert Abdel-Maksoud unser Denken und Handeln auf Basis von Kontoständen, Testamentseröffnungen und gefühlten Bedrohungen. Regie, Bühne und Kostüme: Heike M. Goetze Dramaturgie: Ralf Fiedler, Ludwig Haugk Musik: Thomas Seher
Aufführungen | Film

European Outdoor Film Tour

Laeiszhalle

Die European Outdoor Film Tour (kurz: EOFT) mit den besten Outdoor- und Abenteuerfilmen des Jahres geht ab Herbst wieder auf Tour. Die Vorfreude ist groß, nur die Leinwand ist noch größer – mit ganz viel Platz für spannende Geschichten von Draußen. Die diesjährige EOFT steht unter dem Motto »Outdoor Sport« und zeigt waghalsige Abenteurer:innen und ihre sportlichen Erlebnisse von einigen der interessantesten Orten der Welt.
Aufführungen | Show

Noche de Tango

Laeiszhalle

Noelia Tomassi, Gesang Diego Vassallo, Violine Anna-Maria Huhn, Kontrabass Lukas Gierster, Bandoneon Pablo Woiz, Klavier Evi Sofra, Tanz Gaia Pisauro, Tanz Sven Elze, Tanz Leandro Furlan, Tanz Eine poetische Reise durch Argentinien Tango Argentino ist leicht und schwer zugleich, verständlich und rätselhaft, modern und zeitlos. Er verführt mit sehnsüchtigen Melodien und berührt unser Innerstes. Die Künstler aus Argentinien, Italien und Deutschland zaubern virtuos und atmosphärisch und zeigen einen unmittelbaren und intensiven Ausdruck. Authentisch und sehr persönlich nehmen sie ihr Publikum mit auf eine Reise durch die Jahrhunderte alte und doch ewig junge Kunst des Tango Argentino.
Aufführungen | Show

Science Slam 2022

Laeiszhalle

Insina Lüschen, Moderation Julia Offe, Leitung Bühne frei für die Wissenschaft! Bei den Deutschen Meisterschaften im Science Slam präsentieren die talentiertesten jungen Wissenschaftler:innen des Landes ihre eigene Forschung. In jeweils zehn Minuten stellen sie auf höchst unterhaltsame und leicht verständliche Weise Thema, Herangehensweise, Durchführung und Ergebnisse vor. Dabei ist alles erlaubt, was Spaß macht. Bei Live-Experimenten und Rap-Einlagen, mit Powerpoint-Präsentationen und Requisiten können die Nachwuchsforscher:innen zeigen, wie viel Kreativität in ihnen steckt. Acht Science-Slammer und -Slammerinnen, die sich in vier spannenden Vorentscheiden durchgesetzt haben, kommen nun zum großen Finale nach Hamburg. Am Ende des Abends kürt das Publikum den neuen Deutschen Meister oder die neue Deutsche Meisterin des Science Slam 2022.
Aufführungen | Aufführung

The Pride

The English Theatre of Hamburg

This prize-winning British play showcases the changing attitudes toward sexuality in the recent past. Switching in time between the repressive 1950s and the more liberated present, it poses questions about sexual liberation, homosexual relations, identity, fidelity, and honesty. In 1958 Philip is married to Sylvia but finds himself falling in love with her friend Oliver. Philip’s refusal to acknowledge his true nature is devasting both to himself and the people he loves. We follow the same characters in 2008 when Philip breaks up with Oliver because of Oliver’s addiction to anonymous sex. This forces Oliver to choose between monogamy and promiscuity. Through it all, Sylvia loves them both. The play is a powerful piece of theatre, moving easily from humor to dramatic intensity. It is also a call to have the courage to be who you really are, regardless of sexual preference.
Aufführungen | Theater

Corona Update

The English Theatre of Hamburg

Dear guest, Currently, there are no access restrictions or proof requirements for our performances. The obligation to wear a mask was dropped. Masks can, of course, still be worn voluntarily. Verehrter Gast, aktuell gibt es keine Zugangsbeschränkungen oder Nachweispflichten für unsere Vorstellungen. Die Verpflichtung zum Tragen einer Maske entfällt ebenfalls. Diese kann selbstverständlich weiterhin freiwillig getragen werden. Wir freuen uns auf Sie.
Aufführungen | Oper

Gershwin: Porgy and Bess / Alan Gilbert

Internationales Musikfest Hamburg

NDR Elbphilharmonie Orchester NDR Vokalensemble Kevin Short, Porgy Adrienne Danrich, Bess Lester Lynch, Crown Chauncey Packe,r Sportin Life Nicole Cabell, Clara Mary Elizabeth Williams, Serena Denyce Graves, Maria, Strawberry Woman, Annie, Lily Kenneth Overton, Jake, Lawyer Frazier Cameo Humes, Robbins, Mingo, Peter, Crab Man Dirigent Alan Gilbert George Gershwin The Gershwin’s Porgy and Bess / von George Gershwin, DuBose und Dorothy Heyward und Ira Gershwin Konzertante Aufführung in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln Tragische Helden Die Sonne scheint, die Fische springen im Fluss, die Baumwolle ist reif – wie leicht könnte doch das Leben sein! Doch die sehnsüchtige Musik von »Summertime« suggeriert bereits, dass alles nur ein Wunschtraum ist. Denn die Welt der tragischen Helden Porgy und Bess aus George Gershwins gleichnamiger Oper ist alles andere als einfach: In der Schwarzensiedlung Catfish Row in Charleston, wo die Handlung spielt, sind Gewalt und Kriminalität an der Tagesordnung. Der gehbehinderte Porgy und die junge Bess halten trotz der widrigen Umstände zueinander – und blicken doch in eine ungewisse Zukunft. George Gershwins »Porgy and Bess«, von der New York Times einst als »American Folk Opera« bezeichnet, gehört ohne Frage zu den berührendsten Werken des Musiktheaters. Das liegt an der bewegenden Geschichte um die beiden Hauptfiguren, besonders aber an den vielen großartigen Melodien Gershwins, die auch losgelöst von der Oper zu Hits avancierten – allen voran natürlich das unsterbliche »Summertime«, der vermutlich meistgespielte Jazzstandard der Musikgeschichte. Die Aufführung unter der Leitung von NDR-Chefdirigent Alan Gilbert tritt die Nachfolge spektakulärer Musikfest-Produktionen wie György Ligetis »Le Grand Macabre« an und zählt zu den absoluten Höhepunkten der Saison. € 15 | 38 | 76 | 110 | 125
Aufführungen | Oper

Händel: Tolomeo, Rè di Egitto

Internationales Musikfest Hamburg

Il Pomo d’Oro Jakub Józef Orliński, Tolomeo Giuseppina Bridelli, Elisa Paul-Antoine Bénos-Djian, Alessandro Andrea Mastroni, Araspe Francesco Corti, Cembalo und Leitung Georg Friedrich Händel Tolomeo, Rè di Egitto / Dramma per musica in drei Akten HWV 25 Konzertante Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Wiederbelebte Opernschönheit Schon 2020 sorgte der polnische Ausnahme-Counter Jakub Józef Orliński bei den Karlsruher Händel-Festspielen als Tolomeo bei Publikum und Presse für Furore. Die Süddeutsche Zeitung feierte seine Stimme als »Ereignis« und verglich sein vokales Können mit dem der Kastraten, für die Händel seine männlichen Partien komponierte – darunter auch die des vorliegenden Titelhelden. Mit »Tolomeo« endete Händels erste große Zeit als Opernunternehmer in London. Kurz nach der Uraufführung im April 1728 ging die von ihm geleitete Royal Academy of Music Pleite, das Drama um den lebensmüden Ägypterkönig Ptolemaios IX., der von der eigenen Mutter vom Thron gestoßen wird, geriet trotz seiner unüberhörbaren musikalischen Schönheiten in Vergessenheit. Zum Glück wurde sie daraus befreit! Neben Orlińskis an historischen Vorbildern geschulter Stimme sorgt das Alte-Musik-Ensemble Il Pomo d’Oro für den authentischen Touch dieser konzertanten Aufführung, die mit Giuseppina Bridelli, Paul-Antoine Bénos-Djian und Andrea Mastroni weitere Stars der barocken Oper präsentiert. Ein Händel-Fest der Sonderklasse! € 10 | 21 | 43 | 60 | 72
Aufführungen | Schauspiel

33 Variationen auf Haydns Schädel

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Er wurde auch gerne „Papa“ genannt. Joseph Haydn schrieb über dreißig Jahre lang unermüdlich Symphonien und Streichquartette am Hof des ungarischen Fürsten Esterházy. Doch so recht zum Star wollte es der „Vater“ der Wiener Klassik nie bringen in der österreichisch-ungarischen Provinzgemeinde Eisenstadt. Erst mit einem Geburtstagsständchen für den Kaiser Franz im Burgtheater Wien landete er seinen wahren Welt-Hit. Das kleine Liedchen kennt heute jedes Kind, es wurde bald nach Haydns Tod zur deutschen Nationalhymne erkoren. Da verwundert es nicht weiter, dass schon in der Begräbnisnacht der Kopf des Komponisten von glühenden Anhänger*innen der Wiener Schädellehre aus dem Grab geraubt und auf den Sitz des musikalischen Genies vermessen wurde. Nachdem das Künstlerhaupt durch viele anatomisch versierte Verehrerhände gewandert war, landete es schließlich bei der Gesellschaft der Musikfreunde Wiens und konnte dort 30 Jahre lang in der hauseigenen Ausstellung bewundert werden. Endlich fand der Schädel 1954 im fürstlichen Mausoleum der Familie Esterházy (zusammen mit den übrigen Relikten des Komponisten) seine letzte Ruhe. Diese kuriose und wahre Begebenheit nimmt Péter Esterházy, ein Nachfahre der obig erwähnten Adelsfamilie, zum Anlass für seinen postdramatischen Theatertext, um darin gründlich abzurechnen mit Hochkultur, Star-Gewese und Geniekult. Die von feiner, warmherziger Ironie und kluger Gegenwarts-Reflexion gezeichneten Variationen folgen keiner streng linearen Dramaturgie, sondern fügen Momentaufnahmen und Zitate, Geistesblitze und Assoziationen, Fragmente und Fundstücke zu einer losen Szenenfolge zusammen – gepaart mit spielerischem Witz. Péter Esterházy zählt zu den bedeutendsten ungarischen Autoren der Gegenwart. Seine Bücher wurden in 27 Sprachen übersetzt und er erhielt mehr als 60 internationale Auszeichnungen. Der 2016 verstorbene Schriftsteller wurde vor allem durch sein Opus magnum »Harmonia Caelestis« einem breiten Publikum bekannt. Péter Esterházy wollte amüsieren, anregen, phantasieren, philosophieren und vor allem „politisch inkorrekt“ laut denken dürfen. Das brachte ihm den Zorn des rechtsnationalen Regimes von Orban ein, und er wurde bald aus allen Lehrplänen Ungarns gestrichen. Demgegenüber wird der ungarische Regisseur Viktor Bodo, der sich als Dozent der Theaterakademie in Budapest der Protestbewegung #freeSFZE gegen die „kulturnationale“ Übernahme von Orbans Regierung angeschlossen hat, Péter Esterházy am Deutschen SchauSpielHaus eine Bühne bieten und die groteske Revue dieses neu zu entdeckenden Theaterautors zur deutschsprachigen Erstaufführung bringen. Regie: Viktor Bodo Bühne: Zita Schnabel Kostüme: Fruzsina Nagy Musik: Klaus von Heydenaber Sounddesign: Gábor Keresztes Video: Vince Varga Dramaturgie: Ralf Fiedler, Anna Veress
Aufführungen | Schauspiel

Johanna

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Premiere: 17.12.2022 Hexe oder Heilige, so lauten die unversöhnlichen Urteile der Jeanne d’Arc Überlieferungen. Mit nur 17 Jahren bricht Johanna auf, um eine schon verloren geglaubte Welt wieder ins Lot zu bringen. Ihre Reise endet auf dem Scheiterhaufen, hunderte Jahre später wird sie wiederum heiliggesprochen. Seitdem wird ihr Mythos politisch aufgeladen: als Ikone eines mutigen Idealismus, als Beispiel für einen fatalen Fanatismus oder als heilbringende Heldin. Johanna ist vieles. Immer wieder dient sie dabei als Bild für all jene jungen Frauen, die scheinbar im Alleingang den Status Quo herausfordern, sei es nun den des Patriarchats, der ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse oder der Klimapolitik. In Schillers „romantischer Tragödie“ führt Johanna das französische Heer gegen England durch ihren festen Glauben – und mit Gewalt – schließlich zum Sieg. Während bei Schiller Johanna ihr Handeln mit Gott legitimiert, sieht Leonie Böhm hinter dem Mythos Johanna einen Menschen, der sich zwischen Ohnmacht und Allmacht, Zweifel und Wunder, eigenen Visionen und fremden Projektionen ständig transformiert, immer auf der Suche nach Haltung und in der unendlichen Hoffnung auf Veränderung. Gemeinsam mit dem Ensemble begibt Leonie Böhm sich mit »Johanna« auf die Suche nach neuen Glaubenssätzen, die uns helfen alte Systeme zu durchbrechen und über uns selbst und unsere bisherigen Gewissheiten hinauszuwachsen. Live Musik: Fritzi Ernst Regie: Leonie Böhm Bühne: Zahava Rodrigo Kostüme: Lena Schön, Helen Stein Musikalische Leitung: Fritzi Ernst Licht: Björn Salzer Dramaturgie: Helena Eckert Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich
Aufführungen | Schauspiel

Die Präsidentinnen

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

In ihrer kleinstbürgerlichen Wohnküche kübeln Erna, Grete und Mariedl hemmungs- und schamlos ihren Welt-Frust über einander aus. Zwischen Abort-Phantasien, Papst-Sendungen und Dackelliebe erspinnen sie sich ihre Wirklichkeit, und die lustvollen, mit Ressentiments und Bigotterie gespickten Sprachattacken sind ihnen Horizont und billig buntes Jahrmarktfest zugleich. Den eigenen Dreck allerdings kehren sie lieber unter ihren Budenteppich – bis endlich Mariedl, die jüngste der drei Damen, ihre Kolleginnen mit der Wahrheit des Daseins konfrontiert. Doch so viel Realität hält keine aus ... Abgründig, bitterböse und gnadenlos komisch seziert Werner Schwab in seinem längst zum modernen Klassiker avancierten Fäkaliendrama die Welt der kleinen Leute: „Das sind Leute, die glauben, alles zu wissen, über alle zu bestimmen. Eine Form von Größenwahn. Ich stamme aus einer Präsidentinnen-Familie.“ Der ungarische Regisseur Victor Bodo, der im Malersaal bereits »Ich, das Ungeziefer« und »Pension zur Wandernden Nase« als rasante Grotesken inszenierte, nimmt sich diesmal das irrwitzige Sprachkunstwerk Werner Schwabs vor. Regie: Viktor Bodo Bühne: Ildi Tihanyi Kostüme: Fruzsina Nagy Musik: Klaus von Heydenaber Video: Marek Luckow Sounddesign: Gábor Keresztes Licht: Andreas Juchheim Dramaturgie: Sybille Meier, Anna Veress
Aufführungen | Schauspiel

Richard the Kid & the King

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

mit Texten von Tom Lanoye Fassung von Karin Henkel, Sybille Meier und Andrea Schwieter Mit Texten aus »Eddy the King« aus »Schlachten!« von Tom Lanoye und Luk Perceval Deutsch von Rainer Kersten Koproduktion mit den Salzburger Festspielen 2021 Er war eine schwere Geburt. Die Ankunft Richards III. auf der Welt ist überschattet von seinen körperlichen Missbildungen und merkwürdigen Vorzeichen. Wäre es vielleicht besser gewesen, dieses Kind wäre nie geboren? Richards Mutter, die Herzogin von York, ahnt Böses: Von Anfang an bleibt ihr der Sohn dunkel und fremd. Kaum kann sie Liebe zu ihm entwickeln, wie er auch sonst überall auf Ablehnung stößt. Später, im jugendlichen Alter, erweist er sich in den Schlachten um die englische Krone als äußerst kaltblütig, brutal und erfolgreich. Sind Machtgier, Skrupellosigkeit und Zerstörungswut Ergebnis einer zerstörten Kindheit? Sind die Ursachen in sozialen und familiären Kontexten auszumachen, oder gibt es schlicht keine erschöpfende Erklärung für die Existenz egomaner und boshafter Machtmenschen? Mit Richard III. betritt einer der größten Antihelden der Theaterliteratur die Bühne: schamlos, gierig, gewalttätig, schlechthin die Inkarnation des Bösen. Zugleich ist er eine Hauptattraktion des Shakespeare’schen Kosmos: hellsichtig, witzig, heuchlerisch, verführerisch. Er weiß um die Manipulierbarkeit der Menschen, ist ein großer Lügner, ein Virtuose der Instrumentalisierung anderer und der genussvollen Selbstinszenierung. Ein genialer Coup, der diese Rolle bis heute zu einer außerordentlichen schauspielerischen Aufgabe macht. Was macht die Attraktion dieses „Dreckskerls“ aus? Ist er ein pathologischer Sonderfall, ein gekränkter Outlaw oder womöglich die konsequenteste Ausprägung eines Systems? Wie ist die Zustimmung der vielen, das Einverständnis mit seiner Politik zu erklären? Karin Henkel macht die Königsdramen »Heinrich VI.« und »Richard III.« zum Ausgangspunkt ihrer Inszenierung. In »Richard the Kid«, dem ersten Teil des Abends, richtet sie den Fokus auf die Kindheit und die Familiengeschichte Richards, die Zeit vor seiner Machtergreifung. Seit Jahren liefern sich die Häuser York und Lancaster erbitterte und blutige Schlachten um die englische Königsherrschaft in den sogenannten „Rosenkriegen“. In »Richard the King«, dem zweiten Teil des Abends, befasst sich Karin Henkel mit dem politischen Umfeld des berühmt-berüchtigten Machthabers. Warum spielen alle mit, obwohl sie um die Lügen und das falsche Spiel Richards wissen? Empfinden seine Anhänger, die ihm die Machtergreifung ermöglichen, obwohl sie wissen, wie gefährlich er ist, die gleiche brutale Freude? Macht die eigene Gier sie blind? Was für eine Rolle spielen Ignoranz, falsche Nachsicht, Feigheit und systematisches Wegschauen der anderen? Wie gelingt Richard der zynische Spagat, die Menschen einerseits aufs Tiefste zu verabscheuen, sie andererseits aber doch für seine Zwecke zu gewinnen? Shakespeare zeigt mit Richard III. auf eindrückliche Weise das kollektive Versagen eines ganzen Landes und die Deformation einer verunsicherten Gesellschaft, deren zunehmende Verrohung den Aufstieg des Tyrannen erst ermöglicht. Beunruhigend bleibt, was hinter unserem Vergnügen steckt, Richard III. in seinen dunkelsten Machenschaften zu folgen. Was macht auch uns zu Kollaborateuren? REGIE: Karin Henkel BÜHNE: Katrin Brack KOSTÜME: Klaus Bruns LICHT: Rainer Casper MUSIK: Arvild J. Baud DRAMATURGIE: Sybille Meier, Andrea Schwieter
Aufführungen | Schauspiel

Caesar

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Nach der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel Bearbeitet von Elisabeth Plessen Koproduktion mit dem Lausitz Festival 2022 in Zusammenarbeit mit dem Théâtre National du Luxembourg Wenn die Macht am größten ist, ist die Ablösung am nächsten. Was wie ein bekanntes Sprichwort klingt, ist nichts anderes als spröde Statistik; denn seit Menschengedenken steht, wer zwecks Machterhalt alles um sich herum zerstört und selbst engsten Mitstreiter*innen misstraut, bereits mit einem Fuß am Abgrund. Der endgültige Umsturz wird dann zumeist von einer besonders loyalen Person, nicht selten direkt von Mitgliedern der Familie organisiert. Und nicht nur das. Denn diejenigen, die der Macht am nächsten waren, sind fast immer die Nächsten an der Macht. So auch im Fall von Julius Caesar, dessen wichtigster Verbündeter schließlich sein Nachfolger wird. Die berühmten „Iden des März“ spielen hierbei nur eine Nebenrolle, denn umgebracht wird Caesar zwar ebenfalls von nahestehenden Figuren, der Allernächste jedoch wartet dezent im Schatten auf seinen Auftritt. Stefan Pucher, der am Deutschen SchauSpielHaus vor einigen Jahren eine zum Berliner Theatertreffen eingeladene »Othello«- Inszenierung herausbrachte, bei der sich das Geschehen zeitweise aus dem Theater heraus auf den Vorplatz des Hauptbahnhofs verlagerte, richtet seinen Blick nunmehr in die luftdichten Hinterzimmer der Macht, in denen die Strategien des Umsturzes entwickelt werden. Was man dort in den Worten William Shakespeares zu hören bekommt, ist widersprüchlich, brutal, einleuchtend und beängstigend zugleich. Und genau das ist es, worum sich alles dreht in Puchers »Caesar« im MalerSaal: die unbegreifliche und eiskalte Rhetorik der Machtübernahme. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weiterhin gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Diese Einrichtung wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes Regie: Stefan Pucher Bühne: Nina Peller Kostüme: Annabelle Witt Musik: Christopher Uhe Fassung und dramaturgische Mitarbeit: Malte Ubenauf
Aufführungen | Schauspiel

Der Kirschgarten

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Premiere: 26.11.2022 „Wir sprechen kaum von ihnen und vergessen ihre Namen. Die Philosophie hat sie schon immer vernachlässigt, aus Geringschätzung mehr als aus Unachtsamkeit. Sie sind kosmisches Ornament, unwesentlicher Farbtupfer am Rande unseres kognitiven Feldes. Die Pflanzen sind die immer offene Wunde der metaphysischen Arroganz, die unsere Kultur definiert.“ Emmanuele Coccia, »Die Wurzeln der Welt« Längst ist es an der Zeit, die stummen Protagonisten aus Anton Čechovs berühmtem letzten Werk in den Vordergrund zu holen. Katie Mitchell nimmt einen Perspektivwechsel vor und macht die Bäume des »Kirschgartens« zum Ausgangspunkt ihrer Inszenierung. Unsere Wahrnehmung wird sich neu ausrichten müssen auf die Bedrohung des existentiellen Ökosystems unseres Planeten. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen, dass die Generation der Kirschgartenbesitzer*innen noch nicht einmal mehr wahrnimmt, „dass sie nur auf Pump lebt, auf fremde Kosten“? Oder – falls sie es dann doch einmal tut – dass sie unfähig ist, etwas Grundlegendes dagegen zu unternehmen? Regie: Katie Mitchell Bühne: Alex Eales Kostüme: Clarissa Freiberg Musik: Paul Clark Lichtdesign: Anthony Doran Sounddesign: Donato Wharton Video: Grant Gee
Aufführungen | Schauspiel

Revolution

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Der Roman »Revolution« handelt nicht von Revolution, eher vom Gegenteil: Dem Fortbestand und der Fortpflanzung von Macht. Dennoch haben sich Demonstrierende während der Proteste 2020 in Minsk immer wieder mit dem Buch in der Hand fotografieren lassen. In Belarus, dem Heimatland des Autors, wurde es zu einem Zeichen des Widerstands – dann schnell verboten und sein Verleger verhaftet. Offenbar, weil es die Strukturen, auf welche die Macht sich stützt, so treffend beschreibt, in ihren sublimen wie ihren brachialen Formen und Auswüchsen. Und obwohl der Schauplatz des phantastischen Geschehens gar nicht Minsk ist, sondern das mondäne, vom Cashflow durchspülte Moskau, dem Ort der Korruption und der Reichtümer unvorstellbaren Ausmaßes. Die stalinistische Vergangenheit, die Phantasie und der Horror allumfassender Macht, auch ihre literarische Spiegelung in Michail A. Bulgakows großartigem Roman »Der Meister und Margarita«, scheinen auferstanden und ragen in die Jetztzeit hinein. Aber alles in »Revolution« ist extrem modern und auf der Höhe der Zeit: Luxus-SUVs, Waffen, Überwachungs- und Unterhaltungselektronik und sonstige Verführung. Die Hauptfigur, ein Dozent für Architektur, wird in einen mysteriösen Autounfall verwickelt und gezwungen, umgehend eine größere Summe Geld aufzutreiben. Das ist der Anfang seiner Verbindung mit einer mafiösen Organisation um einem greisen Paten, der tatsächlich Regierungsmacht ausübt, jedenfalls alle staatlichen Organe zu kontrollieren scheint. Bald schon lernt der Held die Schokoladenseite dieser Quasi-Diktatur kennen, auf der es sich gut leben lässt – wären da nicht diverse Einsätze, die äußerste Brutalität und Skrupellosigkeit erfordern. Das Geschehen nimmt gespenstische Fahrt auf. Der Held und Ich-Erzähler verlässt seine Geliebte – die eigentliche Adressatin des Romans, der die neuen Reichtümer unheimlich sind – und korrumpiert sich selbst restlos. Noch im Moment des größten möglichen Widerstands muss sich der Held als absolut vorhersehbar in seinen Handlungsreflexen erkennen. Selten wurde die Frage nach der Steuerbarkeit von Menschen so radikal und zeitgemäß gestellt wie in Martinowitschs jüngstem Roman. Die Idee persönlicher Freiheit steht schonungslos auf dem Prüfstand. Regie und Bühne: Dušan David Pařízek Kostüme: Kamila Polívková Licht: Rebekka Dahnke Musik: Peter Fasching Dramaturgie: Ralf Fiedler
Aufführungen | Schauspiel

Das Ereignis

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

„Die Zeit war keine unmerkliche Abfolge von Tagen mehr. Sie war zu etwas Unförmigen geworden, das sich in mir entwickelte und das es um jeden Preis zu zerstören galt.“ Als die junge Literaturstudentin Annie ungewollt schwanger wird, ist ihr eins schnell klar: Sie will eine Abtreibung. Doch im Frankreich der 1960er-Jahre haben sexuelle Freiheit und Selbstbestimmung junger Frauen keinen großen Wert – Abtreibungen sind illegal. Für Annie beginnt ein lebensgefährlicher Kampf gegen die Zeit, ihren eigenen Körper und eine gleichgültige Gesellschaft. Die Schriftstellerin Annie Ernaux bricht mit ihrem autobiografischen Roman »Das Ereignis« aus der Sprachlosigkeit und Einsamkeit aus, die sie während der Zeit ihres Schwangerschaftsabbruchs erlebt hat, und teilt ihre prägende Erfahrung mithilfe ihrer damaligen Tagebucheinträge. Im reflektierenden Prozess des Aufschreibens entlarvt sie mit schonungsloser Offenheit und sprachlicher Präzision die heute immer noch erschreckend aktuelle Geschichte einer jungen Frau. Annie Ernaux (geb. 1940) gehört zu den bedeutendsten Autor*innen Frankreichs. Sie befasst sich in ihren autobiografischen Romanen mit Themen der Scham, sozialen Klasse und weiblichen Selbstbestimmung. 2021 erschien ihr Roman »Das Ereignis« erstmals auf Deutsch. Regie: Annalisa Engheben Dramaturgie: Finnja Denkewitz
Aufführungen | Schauspiel

Die Jagdgesellschaft

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Die Szene ist ein Bild der Welt: Ein gigantisches Waldgebiet, zerfressen von Käfern, die Symptome noch kaum sichtbar, mittendrin einsam ein stattliches Jagdhaus. Alles gehört dem fast blinden General, der schon General war vor Stalingrad und jetzt als einflussreicher Politiker auf dem Gipfel seiner Macht steht. Ein Influencer alter Schule, jemand, der diese Welt regiert, aber nichts weiß von seinem grauen Star, dem Krebs im Körper und von den Käfern, die sein Reich zernagen, den Tieren im Verborgenen, den Metaphern für das Kranke. Seine Frau, die Generalin, und der Freund des Hauses, ein geliebter und gehasster Schriftsteller, spielen Karten. Sie warten auf die Ankunft des Hausherrn und seiner politischen Entourage, es scheint nicht der erste Tag zu sein, der so verläuft – aber es könnte gut der letzte werden. Eine große Weltkomödie wird zu Ende gespielt: Mit allen Mitteln werden die Krankheiten und das Unheilbare versteckt. Nicht Sehen und Verheimlichen sind die zwei Seiten einer Münze. Generalin und Schriftsteller lassen den Alten im Dunkeln, behandeln ihn in diesen Sachen wie ein Kind. Noch einmal bricht der General auf zur Jagd, mit scharfer Munition, und will es wissen. Thomas Bernhard hat selbst »Die Jagdgesellschaft« wiederholt als eine der gelungensten seiner Dichtungen bezeichnet. Inszeniert wird das Stück von Herbert Fritsch, am Deutschen SchauSpielHaus seit »Die Schule der Frauen« gut bekannt. Mit Blick auf die abgründig komische, ja halsbrecherisch unkorrekte Seite des Autors, seine einzigartige Kraft, noch dem Finalzustand mit lautem Gelächter entgegenzutreten. Regie und Bühne: Herbert Fritsch Kostüme: Cosima Wanda Winter Musik: Ingo Günther Licht: Annette ter Meulen Dramaturgie: Ralf Fiedler
Aufführungen | Schauspiel

Coolhaze

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

„Du kannst heute nichts mehr erfinden. Du kannst nur weiter entwickeln und neu kombinieren. Deshalb ist Coolhaze das größte Experiment aller Zeiten!“ Heinrich von Kleists Geschichte des Michael Kohlhaas, dem Rosshändler aus Brandenburg, dem widerrechtlich zwei Pferde erst gepfändet und dann zerschunden, dem der Knecht halb und die Frau ganz totgeschlagen werden und der vom ehrbaren Kaufmann zum rachsüchtigen Wutbürger mutiert, ist die perfekte Grundlage für ein größenwahnsinniges Filmprojekt. Dem selbsternannten Regie-Genie Florian von Richthofen schwebt dabei ein Action-Musical mit erotischen Horrorszenen vor, ein politisch brisantes Fantasy-Abenteuer, Blockbuster und Avantgardefilm zugleich – nicht weniger als der ultimative Genre-Mix 2020. Aus Brandenburg wird New York City, aus Pferden Motorräder, aus Kohlhaas: Coolhaze. Als dieser zwei Bikes nach New Jersey überführen will, werden sie vom korrupten Cop Coby Burner konfisziert. Binnen kürzester Zeit führt der Rechtsstreit zu einem gnadenlosen Feldzug auf den Straßen New Yorks. Am Filmset werden keine Kosten und Mühen gescheut. Eine Jazz-Bigband peitscht im Stil der großen Actionfilm-Soundtracks die Handlung voran. Für die Hauptrolle konnte von Richthofen den beliebten Kinostar Charly Hübner gewinnen. Gedreht wird mit aufwendigster Technik und von Richthofen versucht die Beteiligten zu Höchstleistungen zu treiben. Doch die Atmosphäre am Set ist vergiftet. Die Frage ist nicht, ob es zum Showdown kommt, sondern wann. Und wo. Und zwischen wem. Und wem noch. Und wie oft. Regie: Studio Braun Bühne: Stéphane Laimé Kostüme: Dorle Bahlburg Licht: Rebekka Dahnke Musik: Sebastian Hoffmann, Studio Braun Musikalische Leitung: Sebastian Hoffmann Video: Jan Speckenbach Animation: Luis August Krawen Dramaturgie: Bastian Lomsché
Aufführungen | Schauspiel

Kindeswohl

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

19. November 2019, Landgericht Berlin. Zwei Ärzte werden wegen Totschlags verurteilt. Sie hatten zunächst per Kaiserschnitt das gesunde Zwillingsmädchen auf die Welt geholt, um dessen Leben zu retten, und anschließend das andere, schwerstbehindert, aber wahrscheinlich lebensfähig, auf Wunsch der Mutter per Kaliumchloridspritze im offenen Bauch ins Jenseits zu befördern. Für den Richter handelte es sich hierbei eindeutig um Kindstötung, die Ärzte sahen in ihrem Handeln das Recht auf Spätabtreibung gegeben. Es sind solche Grenz-Fälle, mit denen die brillante Familienrichterin Fiona Maye regelmäßig konfrontiert wird. Wo das Recht mit moralischem Ermessen in Konflikt gerät, muss die Mittfünzigerin umsichtig ihre Urteile fällen. Da erreicht sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und am Tiefpunkt ihrer Ehe ein richterlicher Eilantrag: sie soll über Leben und Tod entscheiden. Wird dem siebzehnjährigen Adam keine Bluttransfusion verabreicht, muss er innerhalb weniger Tage an Leukämie sterben. Doch als strenggläubige Zeugen Jehovas lehnen seine Eltern diese lebensrettende Maßnahme strikt ab. Ihre Religion verbietet ihnen, das Leben des eigenen Kindes über den Glauben zu stellen. Fiona beschließt kurzerhand, den jungen Adam persönlich in der Klinik aufzusuchen, und verlässt den üblichen Weg ihrer juristischen Professionalität – ein schwerwiegender Schritt, der fatale Folgen nach sich ziehen soll. Der 2014 erschienene und 2017 verfilmte Roman »Kindeswohl« von Ian McEwan verhandelt die Widersprüche unserer Referenzsysteme, nach denen wir unsere Entscheidungen ausrichten. Was tun, wenn Werte in Konflikt miteinander geraten: Religion wider säkulares Recht, Empathie gegen vernunftbasiertes Wissen, subjektives moralisches Empfinden gegen objektive gesellschaftliche Normen? Und wieviel Verantwortung kann daraus für das einzelne menschliche Handeln abgeleitet werden? Die von Ian McEwan psychologisch meisterhaft gezeichneten Figuren geraten in ein moralisches Dilemma, das sie in die tragische Krise ihrer Urteilskraft und eine tiefe emotionale Verzweiflung stürzen lässt. Die Richterin Fiona entscheidet schließlich: „Nach meiner Überzeugung ist sein Leben mehr wert als seine Würde.“ Sie verurteilt Adam zum Leben. Doch Adam fordert von ihr sein Recht, die Verantwortung ihres Tuns in aller Konsequenz zu übernehmen. REGIE: Karin Beier BÜHNE: Johannes Schütz KOSTÜME: Astrid Klein MUSIK: Jörg Gollasch LICHT: Annette ter Meulen DRAMATURGIE: Sybille Meier
Aufführungen | Schauspiel

Macbeth

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Die schottische Tragödie ist eine überzeitliche Parabel über das unstillbare Verlangen des Menschen nach Macht und über die Verbrechen einer Schreckensherrschaft. Shakespeare schuf ein politisches Stück, das seine eigene, sehr bewegte Epoche mit ihren weltanschaulichen und politischen Konflikten spiegelt. Er reflektiert die englische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts, die, bedroht von der Pest und geprägt von gewalttätigen religiösen Auseinandersetzungen, dem Glauben an Magie und Mystik nachhing. Zudem stellt er auch hier die Frage nach der Legitimität von Herrschaft und Krieg. Als sich Macbeth die Gelegenheit bietet, greift er nach der Macht und verfolgt dabei einen mörderischen Plan, um König von Schottland zu werden. Hadert er anfangs noch mit sich und seinem Gewissen, folgt bald Mord auf Mord. Es geht um Machterhalt um jeden Preis. Shakespeare zeigt die Mechanismen, wie diese Art von Machthabern – und die jüngste Geschichte und die Gegenwart kennen viele dieser Potentaten – agieren. Er führt vor, wie sie die Welt manipulieren, ihr Land unterdrücken, Angst verbreiten und alles, was sich ihnen in den Weg stellt, auslöschen. Macbeths Herrschaft findet ein Ende durch die Gegenwehr seiner Gegner – durch einen neuen Krieg. Was kommt danach? Die Geschichte zeigt, jeder Frieden bleibt fragil. Regie: Karin Henkel Bühne: Katrin Brack Kostüme: Adriana Braga Peretzki Kostümmitarbeit: Tabea Harms Licht: Holger Stellwag Musik: Friederike Bernhardt, Matti Gajek Dramaturgie: Roland Koberg Dramaturgiemitarbeit: Finnja Denkewitz

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