Die Duisburger Philharmoniker, die bereits mehrfach vom Bund als Exzellenzorchester ausgezeichnet wurden, zählen zu den vielseitigsten und innovativsten Institutionen der nordrhein-westfälischen Kulturlandschaft. Als kompetenter und leistungsstarker Klangkörper auf dem Konzertpodium wie im Orchestergraben der Deutschen Oper am Rhein genießen sie mit ihrem Intendanten Nils Szczepanski einen ausgezeichneten Ruf.
Im Mittelpunkt jeder Saison stehen die zwölf Philharmonischen Konzerte in der Philharmonie Mercatorhalle, in denen zentrale Werke der sinfonischen Tradition von Barock bis zur Moderne in Zusammenarbeit mit international renommierten Dirigent:innen aufgeführt werden. Ebenfalls in der Philharmonie Mercatorhalle finden die Kammerkonzerte, Piano-Extras sowie die Orgelkonzerte der Reihe „Toccata“ statt. Ergänzt werden diese durch die Kammerkonzert-Reihe „Profile“, in der sich die Duisburger Philharmoniker gemeinsam mit prominenten Gastmusiker*innen auf Spurensuche im Repertoire begeben.
Darüber hinaus warten die Duisburger Philharmoniker, die mit Cross-Over-Projekten, Open-Air-Konzerten und bundesweiten Gastspielen auf. Nicht zuletzt verstehen sie sich als innovatives, weltoffenes Orchester, das mit internationalen Tourneen, dem eigenen konzertpädagogischen Programm „klasse.klassik“, der Mitwirkung an großen Musikfestivals oder Aufführungen abseits gewohnter Spielorte neue Hörerschichten erschließt und nach neuen Präsentationsformen im Konzertbetrieb sucht. „Neue Wege“ gehen die Duisburger Philharmoniker dabei etwa mit den transkulturellen Programmen des „Eigenzeit“-Festivals „Musik von Jetzt“ oder dem „Marxloh Music Circus“.
Im Juli 2024 ist die eigene Mediathek der Duisburger Philharmoniker online gegangen – kostenlos und ohne Werbung unter mediathek.duisburger-philharmoniker.de. Auf der Plattform kann man einerseits das Repertoire der Duisburger Philharmoniker in mitreißenden Streams erleben, aber auch begleitende Interviews und erhellende Gespräche zu den Projekten anschauen. „Die Mediathek wird mehr sein als ein bloßes Archiv. Sie soll deutschlandweit wie international zum Laboratorium für hochkarätige klassische Musik in kreativen und transkulturellen Projekten, inspirierenden Programmen und neuen Medien-Musikformaten werden“, erklärt Intendant Nils Szczepanski.
12. Philharmonisches Konzert.
Pionierin unter Klassikern
Duisburger Philharmoniker
Tianyi Lu, Dirigentin
Bomsori Kim, Violine
Elfrida Andrée: Andante quasi recitativo
Wolfgang Amadeus Mozart: Violinkonzert Nr. 5 A-Dur KV 219
Richard Strauss: „Aus Italien“ op. 16
„Duisburger Philharmoniker brillieren mit Mozart“, schrieb die WAZ nach einem „packenden Musikabend“, an dem die in China geborene Neuseeländerin Tianyi Lu sein Requiem dirigiert hatte. Und Mozart hat die junge Dirigentin auch bei ihrer Wiederkehr ans Pult des Orchesters im Gepäck: dieses Mal das letzte von Mozarts insgesamt fünf Violinkonzerten. Das Salzburger Wunderkind war nämlich nicht nur einer der begnadetsten Komponisten der Musikgeschichte, sondern auch ein herausragender Pianist – und Geiger. Kein Wunder also, dass er sich bei den Werken für „seine“ Instrumente besonders ins Zeug legte. Mit dem 5. Violinkonzert ist ihm ein besonders schöner Beitrag gelungen: Die Melodien fliegen ihm nur so zu, der Orchesterpart ist überaus reich, die Solostimme höchst anspruchsvoll.
Vor dem „Klassiker“ Mozart steht mit Elfrida Andrée eine Komponistin auf dem Programm, die, wie so viele Frauen in der Vergangenheit, zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Mehrere Gesuche an den König waren nötig, bis sie endlich eine Stelle als Organistin antreten durfte. Und auch als Komponistin war die 1841 in Schweden geborene Elfrida Andrée eine echte Pionierin: Als Schülerin des dänischen Nationalkomponisten Niels Wilhelm Gade hat sie unbeirrt auch große Chor- und Orchesterwerke geschrieben. Zum Abschluss des Konzerts evoziert der junge Richard Strauss dann mediterranes Flair und neapolitanische Volksfeststimmung.
Konzertführer live um 18:30 Uhr in der Philharmonie Mercatorhalle
Öffentliche Probe am Dienstag, 14.7. ab 11:30 Uhr, Eintritt frei
Termine
Mi 15.7.2026, 19:30 | Ticket
Do 16.7.2026, 19:30 | Ticket
Eine musikalische Naturrallye
Für Familien mit Kindern, Kleingruppen mit Kindern
Ensemble der Duisburger Philharmoniker
Imke Alers Konzept | Musikalische Leitung
Anke Becker Konzept | Musikalische Leitung
Martin Scholz Idee | Konzept Naturpädagogik
Eine Verbindung von Musik, Wald und Umwelt
Ab in die Natur! Die Duisburger Philharmoniker laden in Kooperation mit der Initiative Orchester des Wandels und der Naturwerkstatt – Verein für Umweltbildung e. V. kleine und große Rallyeteilnehmer: innen dazu ein, im Wald, am Wambach- und rund um den Böllertsee an verschiedenen Stationen die Natur zu erkunden, kleine Aufgaben zu erfüllen und Orchestermusiker: innen mit ihren Instrumenten kennenzulernen. Zunächst heißt es daher: Die am Startpunkt ausgehändigte Karte gut studieren, auf dem vorgezeichneten Weg bleiben und keine Station verpassen! Erfolgreich zum Ausgangspunkt an der Naturwerkstatt zurückgekehrt, werden alle kleinen und großen Teilnehmenden mit einem kleinen Konzert zum Mitmachen belohnt.
Mit klasse.klassik goes green rücken die Duisburger Philharmoniker in Kooperation mit der Initiative Orchester des Wandels und der Naturwerkstatt – Verein für Umweltbildung e. V. bei Naturrallyes und Familien- und Schulkonzerten musikalisch und interaktiv die Themen Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz in den Fokus.
Koray Berat Sari, Community Music Artist | Bağlama
Syavash Rastani, Persische Percussion
Peter Bonk, Violine
Wolfgang Schindler, Violoncello
Koray Berat Sari, mehrfach ausgezeichneter Bağlama-Spieler, jammt mit Jugendensembles, spielt in Theater- und Konzertproduktionen und ist seit mehreren Jahren als Community Music Artist in verschiedenen Konzertformaten der Duisburger Philharmoniker mit an Bord. Bei seinen Besuchen in weiterführenden Schulen hat er unterschiedliche Saz-Instrumente im Gepäck – neben der Bağlama die Oud, aber auch eine Duduk oder Daf. Gemeinsam mit zwei Orchestermusikern, die sich virtuos mit Geige und Cello auf das musikalische Projekt einlassen, und einem weiteren Gastmusiker, der die persische Percussion meisterhaft beherrscht, bildet er ein besonderes musikalisches Quartett. Für die Schüler:innen gilt: sich auf Neues einlassen und bei der Body-Percussion direkt mitmachen!
Mit dem noch jungen Programm klasse.klassik 4teens richten sich die Duisburger Philharmoniker konkret an weiterführende Schulen in Duisburg. Ob bei saz-, solo-, art- oder phil4teens: Schüler:innen begrüßen vor Ort in ihrer Schule den Community Music Artist mit einem Ensemble, Solist:innen aus den Philharmonischen Konzerten, den oder die Artist in Residence oder ein Streichquartett der Duisburger Philharmoniker – exklusiv und auf Augenhöhe – zu einem besonderen musikalischen Erlebnis.
Altersempfehlung: ab 5. Klasse · Dauer: circa 45 Minuten
Termin
Di 8.9.2026, 11:00 | Eintritt frei!
Ort
Philharmonie Mercatorhalle
König-Heinrich-Platz
D-47051 Duisburg
In einer weiterführenden Schule in Duisburg
Duisburger Philharmoniker
Stefan Blunier, Musikalische Leitung
Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein
Albert Horne, Choreinstudierung
Solist:innen der Deutschen Oper am Rhein
Götz Alsmann, Moderation
Special Guests:
Koray Berat Sari, Community Music Artist / Baglama / Duduk / Komposition
Karsu Dönmez, Gesang
Mohannad Nasser, Oud
Syavash Rastani Persische, Percussion
Eine lieb gewonnene Tradition versammelt erneut „umsonst und draußen“ Tausende vor der Kulisse des Duisburger Opernhauses: 2013 initiiert, findet das Haniel Klassik Open Air zu Beginn der Spielzeit 2026/2027 bereits zum siebten Mal statt – eine Gemeinschaftsveranstaltung des Familienunternehmens Haniel, der Deutschen Oper am Rhein und der Duisburger Philharmoniker. Mit dem Taktstock in der Hand wird diesmal der neue Generalmusikdirektor Stefan Blunier im Fokus stehen und gemeinsam mit den Duisburger Philharmonikern und dem Opernchor ein mitreißendes Programm aus bekannten Meisterwerken der Klassik präsentieren. An ihrer Seite führt der beliebte Entertainer, Fernsehstar und Allroundmusiker Götz Alsmann mit einer ebenso schwungvollen wie kenntnisreichen Moderation durch die (hoffentlich) laue Spätsommernacht. Die Vielstimmigkeit Duisburgs bringt der Special Guest Koray Berat Sari zum Klingen: Der Multiinstrumentalist, Komponist und Community Music Artist der Duisburger Philharmoniker stellt eine neue Komposition vor, die im Zusammenhang mit dem erfolgreichen Stadtteilprojekt „Marxloh Music Circus“ entstanden ist – und bringt die niederländisch-türkische Sängerin Karsu Dönmez auf die Bühne.
Eintritt frei!
Termin
Fr 11.9.2026, 19:30 | Eintritt frei!
Ort
Theater Duisburg
Opernplatz vor dem Theater Neckarstraße 1
D-47051 Duisburg
Anton Bruckner: Sinfonie d-Moll – „Nullte“
Johannes Brahms: Variationen über ein Thema von Haydn op. 56a
Johann Strauß (Sohn): Ouvertüre zu „Die Fledermaus“
Nicht nur zu Mozarts und Beethovens Zeiten, auch in den Jahren um 1870 traten sich in Wien die musikalischen Genies förmlich auf die Füße: ein Kaleidoskop der unterschiedlichsten Charaktere. Während der Selbstzweifler Anton Bruckner nicht wahrhaben wollte, dass er mit seiner „Nullten“ – der schon bald zurückgezogenen ursprünglich „ersten“ Sinfonie – ein Meisterwerk geschaffen hatte, revolutionierte der norddeutsche Wahl-Wiener Johannes Brahms mit seinen „Haydn-Variationen“ das Gebiet der sinfonischen Variationen. Dem Werk des jeweils anderen standen beide skeptisch gegenüber, einig waren sie sich hingegen in ihrer Verehrung für den „Walzerkönig“ Johann Strauß, der nicht zuletzt als Schöpfer der „Operette aller Operetten“, der „Fledermaus“, aus dem Wiener Musikleben nicht wegzudenken ist.
Anton Bruckner: Sinfonie d-Moll – „Nullte“
Johannes Brahms: Variationen über ein Thema von Haydn op. 56a
Johann Strauß (Sohn): Ouvertüre zu „Die Fledermaus“
Nicht nur zu Mozarts und Beethovens Zeiten, auch in den Jahren um 1870 traten sich in Wien die musikalischen Genies förmlich auf die Füße: ein Kaleidoskop der unterschiedlichsten Charaktere. Während der Selbstzweifler Anton Bruckner nicht wahrhaben wollte, dass er mit seiner „Nullten“ – der schon bald zurückgezogenen ursprünglich „ersten“ Sinfonie – ein Meisterwerk geschaffen hatte, revolutionierte der norddeutsche Wahl-Wiener Johannes Brahms mit seinen „Haydn-Variationen“ das Gebiet der sinfonischen Variationen. Dem Werk des jeweils anderen standen beide skeptisch gegenüber, einig waren sie sich hingegen in ihrer Verehrung für den „Walzerkönig“ Johann Strauß, der nicht zuletzt als Schöpfer der „Operette aller Operetten“, der „Fledermaus“, aus dem Wiener Musikleben nicht wegzudenken ist.
Mitglieder der Duisburger Philharmoniker und Gäste
Ludger Engels, Kurator und Regie
Bereits in der fünften Spielzeit laden die Duisburger Philharmoniker und Ludger Engels zu ihrer Reihe mit Konzert-Performances ins Museum Küppersmühle: ein klingend-performatives Wechselspiel mit den in der ständigen Sammlung, aber auch in den Sonderausstellungen gezeigten Exponaten in Duisburgs renommiertem Museum für moderne Kunst. Den Beginn macht die noch bis zum 1. November gezeigte Schau „Invisible“ des spanischen Bildhauers Jaume Plensa. An den insgesamt drei Terminen dieser Reihe werden die Duisburger Philharmoniker zusammen mit ihren Gästen aus Musik, Schauspiel und Tanz neue Erlebnisebenen schaffen, die auf den Themen und Inhalten der ausgestellten Werke basieren.
Im Zentrum steht dabei die Erfahrung des Klangs, aber auch, ganz unmittelbar, des eigenen Körpers im Raum. In den inszenierten Konzerten wird durch Bewegung das Verhältnis zu den Kunstwerken immer neu hinterfragt. Die Musiker:innen durchwandern in den Konzert-Performances die Räume des Museums. Die Besucher:innen sind eingeladen, sich der Bewegung und der Erkundung neuer Positionen anzuschließen. Auf diese Weise wird die individuelle Begegnung mit dem Kunstwerk in jedem Raum neu ausgelotet – ein Zusammenspiel von visuellen und akustischen Sinneseindrücken, von bildender Kunst und Performance, das eine ganz neue Ebene des Erlebens und der Teilnahme schafft und Dialoge eröffnet.
klasse.klassik mini-mi:
Ein musikalischer Regenbogen
Ensemble der Duisburger Philharmoniker
Anke Becker, Konzept
Schon die Allerkleinsten reagieren auf den Zauber der Musik. Mit den Klängen ihrer Instrumente beflügeln die Duisburger Philharmoniker die Fantasie ihres jüngsten Publikums. Die Erwachsenen erleben in diesem Familienkonzert unmittelbar, wie das Spiel von Harfe, Geige, Flöte und Marimbafon Kinderaugen zum Leuchten bringt – der kindgerecht gestaltete Krabbelbereich bietet zudem viel Raum zum Spielen und für Bewegung und lädt auch die Großen ein, ganz nah dabei zu sein.
In sanfte Regenbogenfarben getaucht, laden die Duisburger Philharmoniker bei den klasse.klassik mini-mi Familienkonzerten bereits ihre jüngsten Zuhörer:innen dazu ein, mit allen Sinnen die erstaunliche Welt der Musik zu entdecken. Im eigens für diese Konzerte liebevoll gestalteten Opernfoyer präsentieren sie in kindgerechten Arrangements Musik vom Frühbarock bis zur Romantik. Nach dem Konzert dürfen die Kleinsten den Instrumenten noch ganz nah kommen – ausprobieren inklusive.
Altersempfehlung: bis 2 Jahre · Dauer circa 30 Minuten
5,00 €, Ermäßigung möglich
Termine
So 20.9.2026, 10:00 | Ticket
So 20.9.2026, 12:00 | Ticket
Duisburger Philharmoniker
Alessandro De Marchi, Dirigent | Conductor in Residence
Magdalena Kožená, Mezzosopran
Werke von Giuseppe Martucci, Ottorino Respighi, Mario Castelnuovo-Tedesco, Alfredo Casella, Nino Rota und Luciano Berio
Antonín Dvořák hat seine berühmte Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ in Amerika uraufgeführt, Sergej Rachmaninow feierte dort große Erfolge als Komponist und Pianist, und Erich Wolfgang Korngold wurde zum oscarprämierten Hollywood-Komponisten. Dass auch eine Reihe italienischer Komponisten Erfolge in Amerika feierte, ist hingegen weniger bekannt. Und diesen selten beschrittenen Pfad der Musikgeschichte beleuchten die Duisburger Philharmoniker zum Start in die neue Saison gemeinsam mit Alessandro De Marchi, der in dieser Spielzeit als Conductor in Residence fungiert. Herzstück des Programms sind die „Folk Songs“ von Luciano Berio, die er während seines zehnjährigen Aufenthalts in Amerika für die legendäre Sängerin Cathy Berberian komponierte, die durch ihre Ausdruckskraft und stimmliche Vielseitigkeit zu einer Ikone der zeitgenössischen Avantgarde wurde. Ebenso vielseitig und in den verschiedensten Stilen zu Hause ist die tschechische Mezzosopranistin Magdalena Kožená, die im 1. Philharmonischen Konzert den Vokalpart übernimmt. Der Auseinandersetzung mit folkloristischer Musik begegnen wir außerdem in den Tänzen von Mario Castelnuovo-Tedesco, der wegen seiner jüdischen Abstammung vor den faschistischen Rassengesetzen seiner italienischen Heimat in die USA floh. Und auch sonst steckt das beziehungsreiche Programm voller Verbindungslinien: So waren Ottorino Respighi und Alfredo Casella beide Schüler von Giuseppe Martucci. Später ermutigte dann Casella, damals längst eine Schlüsselfigur in der amerikanischen Musikszene, den jungen Nino Rota, dort ebenfalls sein Glück zu versuchen.
Öffentliche Probe: Dienstag, ab 11:30 Uhr, Eintritt frei
Konzertführer live: 18:30 Uhr in der Philharmonie Mercatorhalle
Orgelwerke von Händel, R. Schumann, Duruflé, Dove, Best und Elgar
Klassische Musik mit Volksfeststimmung, das bieten alljährlich die berühmten BBC Proms in der Royal Albert Hall in London. Und die erste Toccata der neuen Spielzeit bringt etwas von dieser besonderen Atmosphäre in die Mercatorhalle in Duisburg. Denn der britische Organist Thomas Trotter, von Elisabeth II. mit der „Queen’s Medal for Music“ ausgezeichnet und Residenz-Organist an der prächtigen Klais-Orgel in der Symphony Hall in Birmingham, spielt am Ende seines Recitals Werke, die traditionell bei der legendären „Last Night of the Proms“ auf dem Programm stehen. Darunter der Marsch Nr. 1 aus „Pomp & Circumstance“ von Edward Elgar, der als „Land of Hope and Glory“ bekannt ist und als eine Art inoffizielle englische Nationalhymne gilt. Davor spielt der Organist die „Introduction, Variations & Finale“ von William Thomas Best – über die ganz offizielle Hymne „God save the Queen“. Am Anfang des Programms steht hingegen ein Orgelkonzert des Sachsen Georg Friedrich Händel, der in England als Opern- und Oratorienkomponist zu einem Superstar seiner Zeit wurde. Das 2. Orgelkonzert B-Dur war ursprünglich dann auch als Zwischenspiel für eine Aufführung seines Oratoriums „Esther“ vorgesehen, als zusätzliche Unterhaltung für das Publikum – mit dem Komponisten selbst an der Orgel.
Carl-Sönje Montag, Fagott
Michael Kaulartz, Fagott
Johann Blanchard, Klavier
Fortschritte im Instrumentenbau haben in der Vergangenheit immer wieder Komponist: innen zu besonderen Werken inspiriert und die Virtuosität der Interpret:innen beflügelt. Das gilt auch für das Fagott, dessen dunkel-charakteristischen Klang nicht nur große Komponisten wie Richard Strauss oder Richard Wagner geschätzt haben. Letzterer besuchte sogar einen Fagott-Bauer, weil ihm ein ganz besonderer Klang für seine Opern vorschwebte. In ihrem moderierten Konzertprogramm nehmen uns die beiden Fagottisten Carl-Sönje Montag und Michael Kaulartz mit auf eine Zeitreise in die Geschichte ihres Instruments und zeigen dessen klingende Möglichkeiten in einer ganzen Reihe reizvoller Entdeckungen – samt einem guten Schuss „Fagöttlichen Übermuts“, so der Titel einer Polka für zwei Fagotte und Klavier von Georg Junge.
Igor Levit, Klavier
Grußworte von
Oberbürgermeister Sören Link
und Hans Jürgen Kerkhoff (Vorstandsvorsitzender Köhler-Osbahr-Stiftung)
N.N., Laudator
Dongping Wang, Klavier
Er gehört zu den außergewöhnlichsten Pianisten unserer Zeit, ist bei Repertoire-Klassikern wie Beethovens Klaviersonaten ebenso zu Hause wie in exotischen Werken der Literatur, etwa in Ferruccio Busonis monumentalem Klavierkonzert oder dem nicht weniger monumentalen Variationenzyklus „The People United Will Never Be Defeated!“, den Frederic Rzewski in den 1970er-Jahren auf einen chilenischen Protestsong komponiert hat. Igor Levit ist aber mehr als ein fantastischer Musiker: Mit wachem Geist und scharfem Verstand reagiert er auf gesellschaftliche Missstände und erhebt seine Stimme gegen Hass, Diskriminierung und Antisemitismus. Für dieses – nicht nur musikalische – Engagement erhält er nun den Musikpreis der Stadt Duisburg.
Heute ist Igor Levit auf den großen Bühnen der Welt zu Hause, vom Wiener Musikverein bis hin zur Carnegie Hall in New York, von den Salzburger Festspielen bis hin zur Suntory Hall in Tokio. Als er als Achtjähriger mit seiner Familie seine russische Heimat in Nischni Nowgorod verließ und nach Deutschland zog, war sein erstes Zuhause allerdings das Ruhrgebiet. „Damals begann meine Biografie in Deutschland“, erinnert sich der Pianist an diesen entscheidenden Einschnitt in seinem noch jungen Leben. „1995 kamen wir hierher, und die erste Anlaufstation war Dortmund. Dort haben wir einige Zeit gelebt und haben erste kleinere Ausflüge unternommen. Dinge, die meine Eltern sich damals auch leisten konnten, zum Beispiel nach Duisburg. Deshalb spüre ich eine sehr starke Bindung zu der Region, denn das ist das Deutschland, das ich als Kind kennengelernt habe und das uns willkommen geheißen hat.“
Von Dortmund ging’s später dann nach Hannover, wo Igor Levit sein Klavierstudium mit der höchsten Punktzahl abschloss, die bis dahin an der Hochschule jemals erzielt worden war. Zu seinen Lehrern dort gehörte unter anderem Karl- Heinz Kämmerling, aus dessen Klassen herausragende Pianist:innen wie die Schwestern Alice Sara und Mona Asuka Ott, Sophie Pacini, Herbert Schuch oder Lars Vogt hervorgegangen sind. Seit 2019 lehrt Igor Levit selbst als Professor für Klavier an seiner Alma Mater. Dem Ruhrgebiet ist er in all den Jahren seiner erfolgreichen Karriere aber immer treu geblieben, kommt regelmäßig für Konzerte hierher zurück, zum Beispiel im Rahmen des Klavier- Festivals Ruhr.
Der kulturelle Reichtum der Region mit ihrer Vielzahl fantastischer Konzertorte ist allerdings „nicht das Einzige, was das Ruhrgebiet einzigartig macht“, sagt Igor Levit. „Jeder, der mich kennt, weiß natürlich: Es gibt den glamourösen Teil in meinem Leben, die Reisen, die großen Säle, die exotischen Orte … Aber ich selbst bin das nicht. Sehr vieles, was ich bin, ist geprägt durch diese Anfangszeit im Ruhrgebiet. Dass diese Region eben beides kann. Das Bodenständige, das Verbindende, zwischenmenschliche Werte, die sehr direkte Kommunikation, aber auch der Humor und die Buntheit. Und gleichzeitig gibt es diese hohe Frequenz an Kulturorten von klein bis groß. Das ist schon eine ziemlich einzigartige Mischung.“
Apropos zwischenmenschliche Werte und verbindende Elemente: Auch das zeichnet den Pianisten aus, sein enormes und nicht nachlassendes gesellschaftliches Engagement. Im ersten Lockdown der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 streamte er über 50 Hauskonzerte, die weltweit Resonanz fanden. Für diese Hauskonzerte als Zeichen der Hoffnung und des Gemeinsinns in Zeiten von Isolierung und Verzweiflung sowie für sein Engagement gegen Antisemitismus wurde Igor Levit im Herbst 2020 der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Mit Mut setzt er sich ein gegen Diskriminierung jeglicher Art, auch wenn er dafür Konzerte unter Polizeischutz spielen muss, wie etwa in Dortmund am zweiten Jahrestag des brutalen Überfalls der Hamas auf Israel. „Ich kann nicht anders, als an dieser Welt teilzunehmen“, sagt er über seine Überzeugung. „Und weil ich es wichtig finde, sich für andere einzusetzen, wenn ihnen Unrecht geschieht. So wie viele andere Menschen auch, die oft ein noch viel höheres Risiko eingehen, als ich es je tun musste.“
In der Saison 2026/2027 kehrt Igor Levit übrigens nicht nur für die Verleihung des Musikpreises nach Duisburg zurück, sondern auch für ein ganz besonderes Projekt im Gedenkjahr zum 200. Todestag des Komponisten, Musikrevolutionärs und Humanisten Ludwig van Beethoven. Unter dem Titel „Alles Beethoven“ spielt Levit alle 32 Klaviersonaten des Wiener Klassikers in den großen Konzertsälen in Nordrhein-Westfalen. Am 7. Juli 2027 ist er dabei zu Gast in der Philharmonie Mercatorhalle in Duisburg, um mit dem Publikum die letzten drei Sonaten dieses gewaltigen Klavierkosmos zu teilen. Als „Heiligtümer der Klavierliteratur“ bezeichnet er diese Werkgruppe der letzten drei Sonaten. „Vor allem aber ist es eine Musik von atemberaubender Schönheit. Ich freue mich daher umso mehr, dieses Programm in Duisburg spielen zu können.“
Bewertungen & Berichte Musikpreis der Stadt Duisburg 2026
Online
Mediathek der Duisburger Philharmoniker
Im Juli 2024 ist die eigene Mediathek der Duisburger Philharmoniker online gegangen – kostenlos und ohne Werbung unter mediathek.duisburger-philharmoniker.de. Auf der neuen Plattform kann man einerseits das Repertoire der Duisburger Philharmoniker in mitreißenden Streams erleben, aber auch begleitende Interviews und erhellende Gespräche zu den Projekten anschauen. „Die Mediathek wird mehr sein als ein bloßes Archiv. Sie soll deutschlandweit wie international zum Laboratorium für hochkarätige klassische Musik in kreativen und transkulturellen Projekten, inspirierenden Programmen und neuen Medien-Musikformaten werden“, erklärt Intendant Nils Szczepanski.
Bewertungen & Berichte Mediathek der Duisburger Philharmoniker
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CD-Einspielungen der Duisburger Philharmoniker
„ … klangliche und interpretatorische Höchstleistungen …“
Herausragende Konzertereignisse: Spontaneität und Natürlichkeit einer Live-Aufführung, in audiophiler Tontechnik mitgeschnitten
Spontaneität und Natürlichkeit einer Live-Aufführung, in audiophiler Tontechnik mitgeschnitten – dieser Philosophie folgen die Duisburger Philharmoniker und das High-End-Label ACOUSENCE mit ihren CD-, DVD- und LP-Veröffentlichungen im Rahmen der Reihe LIVING CONCERT SERIES.
Herausragende Konzertereignisse aus der Philharmonie Mercatorhalle werden von den ACOUSENCE-Spezialisten mit ausgefeilter Aufnahmetechnik eingefangen; kleinste Nuancen im Klangbild sorgen dabei für eine besondere atmosphärische Wirkung.
Schon nach der ersten Veröffentlichung der Serie mit Mozarts „Haffner“-Sinfonie und der Sinfonie Nr. 15 von Dmitri Schostakowitsch feierte die Fachwelt die glückliche Verbindung von musikalischer und klangtechnischer Meisterschaft. Mittlerweile sind weitere Veröffentlichungen hinzugekommen – auf CD, als hoch auflösendes FLAC-Format auf DVD und teilweise auch auf 180 Gramm schweren Vinyl-Schallplatten, deren Klangqualität High-End-Freunde ins Schwärmen geraten lässt.
Alle CD-Einspielungen der Duisburger Philharmoniker sind auch in der Musikbibliothek der Zentralbibliothek Duisburg auszuleihen.
Die Duisburger Philharmoniker, die bereits mehrfach vom Bund als Exzellenzorchester ausgezeichnet wurden, zählen zu den vielseitigsten und innovativsten Institutionen der nordrhein-westfälischen Kulturlandschaft. Als kompetenter und leistungsstarker Klangkörper auf dem Konzertpodium wie im Orchestergraben der Deutschen Oper am Rhein genießen sie mit ihrem Intendanten Nils Szczepanski einen ausgezeichneten Ruf.
Im Mittelpunkt jeder Saison stehen die zwölf Philharmonischen Konzerte in der Philharmonie Mercatorhalle, in denen zentrale Werke der sinfonischen Tradition von Barock bis zur Moderne in Zusammenarbeit mit international renommierten Dirigent:innen aufgeführt werden. Ebenfalls in der Philharmonie Mercatorhalle finden die Kammerkonzerte, Piano-Extras sowie die Orgelkonzerte der Reihe „Toccata“ statt. Ergänzt werden diese durch die Kammerkonzert-Reihe „Profile“, in der sich die Duisburger Philharmoniker gemeinsam mit prominenten Gastmusiker*innen auf Spurensuche im Repertoire begeben.
Darüber hinaus warten die Duisburger Philharmoniker, die mit Cross-Over-Projekten, Open-Air-Konzerten und bundesweiten Gastspielen auf. Nicht zuletzt verstehen sie sich als innovatives, weltoffenes Orchester, das mit internationalen Tourneen, dem eigenen konzertpädagogischen Programm „klasse.klassik“, der Mitwirkung an großen Musikfestivals oder Aufführungen abseits gewohnter Spielorte neue Hörerschichten erschließt und nach neuen Präsentationsformen im Konzertbetrieb sucht. „Neue Wege“ gehen die Duisburger Philharmoniker dabei etwa mit den transkulturellen Programmen des „Eigenzeit“-Festivals „Musik von Jetzt“ oder dem „Marxloh Music Circus“.
Im Juli 2024 ist die eigene Mediathek der Duisburger Philharmoniker online gegangen – kostenlos und ohne Werbung unter mediathek.duisburger-philharmoniker.de. Auf der Plattform kann man einerseits das Repertoire der Duisburger Philharmoniker in mitreißenden Streams erleben, aber auch begleitende Interviews und erhellende Gespräche zu den Projekten anschauen. „Die Mediathek wird mehr sein als ein bloßes Archiv. Sie soll deutschlandweit wie international zum Laboratorium für hochkarätige klassische Musik in kreativen und transkulturellen Projekten, inspirierenden Programmen und neuen Medien-Musikformaten werden“, erklärt Intendant Nils Szczepanski.