Das Staatstheater Kassel - Ein Theater mit Tradition
Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.
Tanz-Doppelabend
von Hofesh Shechter und Eyal Dadon
Premiere: 29.11.2025
Hofesh Shechter zählt zu den herausragendsten und gefragtesten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Tanzszene. Er ist bekannt für seine eindrucksvollen Choreografien in einer einzigartigen Bewegungssprache, geprägt von hoher Physikalität und Körperlichkeit, mit eigenen Musikkompositionen in epischer Sprengkraft. tHE bAD ist eine abstrakte Choreografie, die darauf abzielt, gängige Muster und Strukturen zu durchbrechen, Anarchie zu leben und zu zelebrieren, aber auch zu hinterfragen. Das Stück feiert die Freiheit und die reine Bewegung, erforscht Rhythmus und choreografische Struktur(en) und untersucht im soghaft-vibrierenden Sound-Mix die Verbindung zwischen Musik und Bewegung, die Verbindung zwischen Leben und Tod.
Eyal Dadon untersucht in Shuv das zyklische Verhältnis von Leben und Tod. Der Titel Shuv, was im Hebräischen „wieder“ bedeutet, verweist auf das fortwährende Kommen und Gehen von Leben und Tod. Für Dadon ist der Tod nicht nur das Ende, sondern ein ständiger Begleiter des Lebens, der im Werk in den fließenden Übergängen zwischen musikalischen und tänzerischen Schichten sichtbar wird. Die Bewegungen der Tänzer:innen sind von einem ständigen „Wiederbeginnen“ geprägt, als ob der Tod immer nur der Vorbote eines neuen Anfangs ist. Das Zusammenspiel des Sounddesigners Gil Yaacov Nemet und die Einbeziehung von digitalen und traditionellen Klängen aus beduinischen Kulturen sowie der Verbindung mit John Adams Shaker Loops, verleihen der Choreografie eine einzigartige Dimension, die den Tod als ständige Präsenz in einem endlosen Zyklus von Geburt, Leben und Verfall begreift: eine tiefe Auseinandersetzung mit den ständigen Übergängen im Leben und der Vergänglichkeit.
Choreographie: Eyal Dadon
Licht: Holger Tschersich
Dramaturgie: Lars Gunnar Anderstam, Thorsten Teubl
Termine
Sa 29.11.2025, 19:00 | Premiere
So 14.12.2025, 18:00
Di 16.12.2025, 19:00und weitere Termine
Der Champagner ist an allem schuld: Bevor der arrogante Eisenstein seine verordnete Haftstrafe antritt, lässt er es sich noch auf einem Fest des Prinzen Orlofsky gut gehen. Währenddessen empfängt seine Gattin Rosalinde zuhause ihren Liebhaber Alfred, bis der unglücklicherweise statt Eisenstein ins Gefängnis abgeführt wird. In der wohl berühmtesten Operette schwingt sich das dekadente Wiener Leben auf zum doppel- bödigen Tanz mit sektgetränkten Verwechslungsspielen, maskierten Seitensprüngen und bürgerlicher Scheinheiligkeit.
Regisseur Philipp Moschitz reiht dieses Spektakel ein in die beliebte Tradition der rauschenden Theaterbälle in Kassel und lässt das Publikum selbst Zeuge und Komplize der „Rache der Fledermaus“ sein: Mittendrin statt nur dabei wird ausgelassen gegessen, sich betrunken und das eine Bein im Walzertakt geschwungen, während das andere schon im Gefängnis steht. Temporeich und voller feinem Humor kommen alle zum Zug, vom gelangweilten Kammermädchen bis zum beschwipsten Gerichtsdiener.
Glücklich ist, wer vergisst, in welcher allzu vertrauten Dissonanz all die Leichtigkeit mit dem Wiener Zeitgeist steckt: beschämende Niederlage gegen die Preußen im Nacken, brodelnde Balkankrise und ein Börsencrash, der den hedonistischen Spekulanten ihre Feierlaune verdirbt.
Angeheizt durch die wirbelnden Ohrwürmer des Walzerkönigs Johann Strauss verheddert sich die Ballgesellschaft im süßen Strudel ungeahnter Konsequenzen. Unter der musikalischen Leitung von Kiril Stankow entspinnt sich ein kulinarisches Feuerwerk musikalischer Verlockungen, die das sinnlich-sündige Vergnügen komplettieren.
Musikalische Leitung: Kiril Stankow
Musikalische Assistenz und Nachdirigat: Viktor Jugović
Regie: Philipp Moschitz
Bühne und Video: Ayşe Gülsüm Özel
Kostüme: Claudio Pohle
Choreographie: Sven Niemeyer
Licht: Holger Tschersich
Dramaturgie: Felix Linsmeier
Chorleitung: Marco Zeiser Celesti
Termine
Sa 31.1.2026, 19:00 | Premiere
So 15.2.2026, 19:00
Fr 20.2.2026, 19:00
Oper+ von Engelbert Humperdinck / für alle ab 10 Jahren
Hänsel und Gretel haben Hunger. Dieser existenzgefährdende Zustand betrifft jedes fünfte Kind in Kassel, aufgrund steigender Lebensmittelpreise und Armutsraten. Auch Hänsel und Gretel frisst der Hunger buchstäblich von innen auf. Von einem mit ihren Lieblingssüßigkeiten verzierten Lebkuchenhaus können die beiden nur träumen. Als sie dann auch noch die Milch umstoßen, schicken die verarmten Eltern die Kinder als Strafe zum Beerensammeln in den Wald. Verzweifelt machen sich die Geschwister auf den Weg, doch finden nicht mehr zurück nach Hause. Im verwunschenen Märchenwald begegnen Hänsel und Gretel allerlei fantastische Gestalten, die ihnen bei ihrem Abenteuer zur Seite stehen, bis plötzlich die berühmte Frage „Knusper, knusper Knäuschen, wer knuspert mir am Häuschen?“ aus dem Wald schallt.
Humperdincks beliebte Familien- oper basiert als identitätsstiftender, klassisch-deutscher Stoff auf den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm und wird von Regisseurin Jessica Glause zusammen mit Kasseler Jugendlichen märchenhaft wie realitätsnah erzählt – als fantastische Reise durch den düsteren Wald, als Ausflucht aus der Kinderarmut und als mutige Geschichte vom Erwachsenwerden. Unter der musikalischen Leitung von Viktor Jugović entfaltet sich Humperdincks eingängige und doch vielschichtige spätromantische Komposition, die mal kindlich-fröhlich, mal düster-dramatisch anklingt, zu einer opulenten Klangwelt. Wagner light mit Besenritt!
Hänsel und Gretel ist eine PLUS-Produktion in Zusammenarbeit von Musiktheater und JUST+.
Hänsel und Gretel wird für Schulklassen auch in Vormittagsvorstellungen angeboten. Zur Vorbereitung auf den Opernbesuch können kostenlose Einführungs- Workshops gebucht werden. Anfragen an carolina.loewenstein
Musikalische Leitung: Viktor Jugović
Regie: Jessica Glause
Bühne: raumlaborberlin: Florian Stirnemann, Louise Nguyen
Kostüme: Mai Gogishvilli
Licht: Videoregie: Phill Collins, Siniša Mitrovic
Dramaturgie: Teresa Martin
Projektleitung JUST+: Carlotta Rogge
Videoassistenz: Stefan Ramirez Perez
Theaterpädagogik & Vermittlung: Carolina Löwenstein
Termine
So 30.11.2025, 16:00
Mo 1.12.2025, 11:00
Di 2.12.2025, 11:00und weitere Termine
So 7.12.2025, 16:00
Mo 8.12.2025, 11:00
Sa 13.12.2025, 19:00
Do 18.12.2025, 18:00
Sa 20.12.2025, 18:00
Di 23.12.2025, 18:00
Do 25.12.2025, 18:00
Zu den weltberühmten Klängen von Verdis Triumphmarsch setzt sich Kassels neues Opernschiff in Bewegung auf seine Fahrt durch den Ozean des Weltmarkts und die Untiefen seiner globalen Krisen. Was als sinnliche Kreuzfahrt unseres theatralen Bühnen-Tankers in Kassels neuem INTERIM startet, wird bald zur Messlatte für ein zukünftiges Musiktheater des Erlebnisses. Und kaum sind wir in See gestochen, schon unken die einen, das Boot sei voll, während die anderen eine neue Verteidigungsfähigkeit einfordern, um den bisherigen Wohlstand an Deck zu erhalten.
Trotz seiner mehr als 200-köpfigen Besatzung aus Chor, Extrachor und Statisterie, Staatsorchester, Bühnenorchester und den berühmten sechs Fern-Trompeten sowie dem internationalen Cast aus hervorragenden Solist:innen kommt dieses musikalische Schiff der Träume schon bei der Jungfernfahrt mit Giuseppe Verdis Aida in gehörige Schieflage. Denn bald zeigt sich, dass Verdis rauschende Liebesgeschichte in erster Linie eine Parabel auf den europäischen Imperialismus ist – gerade in den beliebten Chorszenen mit ihren beißenden musikalischen Seitenhieben gegen das kriegslüsterne preußische Militär und seinen Kadavergehorsam. Dieses imperialistische Streben nach einem Platz an der Sonne weckt Erinnerungen an das im Uraufführungsjahr 1871 durch Preußen gewaltsam gegründete Deutsche Reich, das in den Mauern der 1910 gebauten Kasseler Jägerkaserne steckt. Auf deren ehemaligen Exerzierplatz wird das neue INTERIM des ehemals preußischen, jetzt hessischen Staatstheaters Kassel mit Verdis Monumentalwerk im Herbst 2025 eröffnet.
Hier gehen Kassels neuer Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis und Intendant Florian Lutz zusammen an Bord und erarbeiten ihre erste gemeinsame Produktion. Operngenuss und partizipative Überraschungen sind natürlich all inclusive. An diesem Ort wird im Geiste Verdis aus der Liebe zwischen der Sklavendienste leistenden Aida und dem Heerführer Radamès ein humanistisches Plädoyer gegen Volk und Nation, Religion und Militarismus, das deutlich macht, dass es kein richtiges Leben im Falschen gibt.
Die Produktion Aida wird durch die Fördergesellschaft Staatstheater Kassel e.V. unterstützt.
Musikalische Leitung: Ainārs Rubiķis
Musikalische Assistenz und Nachdirigat: Kiril Stankow
Regie: Florian Lutz
Bühne: Sebastian Hannak
Kostüme: Mechthild Feuerstein
Video: Konrad Kästner
Dramaturgie: Kornelius Paede
Chorleitung: Marco Zeiser Celesti
Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Lorenzo Da Ponte
Verliebt, verlobt, verheiratet, geschieden – zwischen Neokonservatismus und offenen Beziehungskonzepten scheint heutzutage jede Lebens- und Liebesentscheidung möglich. Nicht so für Mozarts Figuren als Kinder ihrer Zeit, deren Treue in einer obskuren Wette auf die Probe gestellt wird: Alfonso testet die Beziehungen seiner Freunde Ferrando und Guglielmo, denn er glaubt nicht an die Treue der beiden Partnerinnen Fiordiligi und Dorabella. Ferrando und Guglielmo nehmen die Wette an und die emotionale Achterbahnfahrt beginnt.
Die beiden Frauen können es kaum erwarten, ihre Verlobten wiederzusehen, doch Alfonso macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Er täuscht eine Kriegseinberufung der beiden Männer vor und so nimmt das Spiel um Moral, Versuchung, Eifersucht, Leidenschaft und Verlust seinen Lauf.
Zwischen Commedia dell’arte, Opera buffa und großen aufklärerischen Fragen bewegt sich dieses Ensemblestück und vergisst dabei nie die (Selbst-)Ironie. Wie auch in ihren beiden vorherigen Zusammenarbeiten spürt das kongeniale Duo Mozart und Da Ponte den inneren Paradoxien ihrer Protagonist:innen nach und lässt ihr Publikum zweifeln: Was ist Spiel, was ist Ernst?
Dieses Kammerspiel als Schule der Liebenden, so der Untertitel, wird auf der Bühne des Schauspielhauses von Vivien Hohnholz inszeniert, die sich erstmals als Regisseurin am Staatstheater Kassel vorstellt, unter der musikalischen Leitung von Kiril Stankow.
Musikalische Leitung: Kiril Stankow
Musikalische Assistenz und Nachdirigat: Viktor Jugović
Regie: Vivien Hohnholz
Bühne: Pia Dederichs
Kostüme: Coline Meret Lola Jud
Licht: Brigitta Hüttmann
Dramaturgie: Teresa Martin
Chorleitung: Marco Zeiser Celesti
Seien Sie mutig und stehen Sie auf vom Sofa! TANZ_Mit! ist das Tanztraining für alle Tanzbegeisterten, die erste Schritte in angeleiteten Improvisationen und die Bewegungsvielfalt des Zeitgenössischen Tanzes kennenlernen möchten. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, nur bequeme Kleidung und etwas zu trinken. Treffpunkt 15 Minuten vor Beginn am Bühneneingang (Du-Ry-Straße 1).
Begrenzte Teilnehmer:innenanzahl mit vorherigem Kartenkauf für 3,- Euro an der Theaterkasse.
Glitzerstaub und Champagnerrausch: Das INTERIM verwandelt sich in die schillerndste Neujahrsparty der Stadt. Die Gala zum Neuen Jahr serviert sämtliche Köstlichkeiten, die das Theaterherz begehrt, und zündet ein musikalisches wie kulinarisches Feuerwerk, mit dem die besten Vorsätze in Erfüllung gehen.
TANZ_KASSEL lässt die Korken knallen, Staatsorchester und Opernensemble den Champagner flöten. Ganz ohne Böllerei wird also feinstes Entertainment zum Anstoßen geboten, bei dem Jung und Alt auf ihre Kosten kommen. Als Herzstück des schäumenden Fests soll das Beste aus der Erfolgsoperette Die Fledermaus nicht nur auf das neue Jahr einstimmen, sondern auch einzigartige Einblicke auf die fulminante Premiere geben. Denn egal, wie es um die Welt im Jahreswechsel steht: Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist!
Musikalische Leitung: Kiril Stankow
Moderation: Philipp Moschitz, Felix Linsmeier
Kostüme: Claudio Pohle
Karten für die Gala-Vorstellungen am 31. Dezember sind ab sofort erhältlich – an der Theaterkasse am Friedrichsplatz oder telefonisch unter 0561 1094-222. Reservierungen sind ausschließlich telefonisch oder direkt an der Theaterkasse möglich.
Alle Informationen zu den Vorstellungen am 31. Dezember 2025 finden Sie unten.
Termine
Mi 31.12.2025, 15:00 | Ticket
Mi 31.12.2025, 19:30 | Ticket
Fr 2.1.2026, 18:00 | Ticketund weitere Termine
Das Staatstheater Kassel - Ein Theater mit Tradition
Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.